DIE LÖSUNG ALLER PROBLEME: DIE WERTE DES QURAN

EINLEITUNG


Jn diesem Buch wollen wir über eine Stimme berichten, die stets Gerechtigkeit erweckt, gutes Verhalten, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Aufrichtig-keit und alles, was gänzlich rechtschaffen ist. Diese Stimme ist immer bei Dir, wo immer Du hingehst, auch wenn Du Dir dessen vielleicht nicht bewusst bist.
"Wessen Stimme ist das?" möchtest Du dann fragen. Nun, es ist Deine Stimme, sie ist in Dir, es ist die Stimme Deines Gewissens ...
Das Wort "Gewissen" ist sehr weit verbreitet und viel gebraucht. Aber die eigentliche Bedeutung dieses Wortes, seine Wichtigkeit im din (in der Religion), wie ein wirklich mit Gewissen versehener Mensch handelt, und was ihn von anderen Menschen unterscheidet, das ist im allgemeinen nicht so bekannt. "Gewissen" beschränkt sich auf die von der Gesellschaft anerkannte Bedeutung. Nach allgemeiner Ansicht gelten solche als Menschen mit Gewissen, die beispielsweise keinen Abfall auf die Straße werfen, Bettlern Geld geben und sich um herumstreunende Tiere kümmern.
Die eigentliche Bedeutung des Wortes "Gewissen" ist indes viel tiefer und umfassender als die von der Gesellschaft damit verbundene. Der Zweck dieses Buches besteht darin, die wahre Bedeutung von Gewissen vorzustellen, wie sie im Quran zum Ausdruck kommt, und die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, wie ein Mensch mit Gewissen denkt, was für Einsichten und was für ein Verständnis er hat, und die Wichtigkeit des Gewissens für das Leben nach dem Tod zu erläutern. Wir werden Dir die erforderlichen Informationen unterbreiten, damit Du die Stimme Deines Gewissens vernimmst und sie von anderen Stimmen und Anregungen unterscheidest, die aus Deinem Inneren kommen. Wir werden auch manches von dem erklären, das zu denken und zu handeln Dein Gewissen Dich veranlasst, und wie ein Mensch, der nach seinem Gewissen handelt, den reinsten Zustand erlangen kann.
Der Hauptzweck des Buches ist aber nicht nur zu informieren, sondern das Gewissen von Menschen anzusprechen, um sie zum Handeln anzuspornen, sie zu ermutigen, ihr weiteres Leben nach ihrem Gewissen zu gestalten und zu zeigen, wie verloren man ist, wenn man das nicht tut.
 

ALLAHS EINGEBUNG AN JEDERMANN:DAS GEWISSEN


Das Gewissen ist eine geistige Eigenschaft, die den Menschen zu gutem Verhalten und guten Gedanken veranlasst, ihm hilft, recht zu denken und falsch und richtig zu unterscheiden. Einer der bedeutenden Aspekte des Gewissens besteht darin, dass alle Menschen es haben. Anders gesagt, was ein Mensch seinem Gewissen nach als richtig empfindet, das wird auch von anderen so empfunden, sofern die selben Voraussetzungen gegeben sind. Das Gewissen eines Menschen überwirft sich nicht mit dem eines anderen. Der Grund dafür liegt in der Quelle des Gewissens: Eingebung von Allah. Durch das Gewissen lässt uns Allah das beste und schönste Verhalten erkennen, das Ihn zufrieden stellt, wenn wir es annehmen.
Dass es sich beim Gewissen um Eingebung von Allah handelt, wird im Quran in der Sure asch-schams gesagt:
Bei ... einer Seele, und was sie ebengestaltet hat, und ihr eingegeben hat ihre Schamlosigkeit und ihre Gottesfurcht. Es hat schon Erfolg, wer sie läutert, und es ist schon gescheitert, wer sie verdeckt ... (Suratu-schams 91:7-10)
In diesem Quranvers erklärt Allah, dass Er der Seele Schamlosigkeit eingegeben hat (d.h. die Möglichkeit, auf sündhafte Weise zu handeln, ungehorsam zu sein, abzuweichen, zu lügen, sich vom Rechtschaffenen abzukehren, Schaden zu verursachen, vom guten Verhalten abzugehen). Das Gegenteil davon ist "taqwa", Gottesfurcht (d.h. Ehrfurcht vor Allah, die den Menschen anregt, auf der Hut zu sein vor falschem Handeln und begierig auf Handeln, das Allah zufrieden stellt). Es ist genau dieses Gewissen, das den Menschen dazu bringt, sich vor schlechten Taten zu hüten und den richtigen Weg zu suchen.
Eine der bedeutendsten Eigenschaften des Gewissens ist, dass es dem Menschen dazu verhilft, selbst das Richtige herauszufinden. Dies soll in den folgenden Kapiteln noch näher erläutert werden. Das Gewissen zeigt dem Menschen jedenfalls, was richtig ist, selbst wenn niemand sonst es tut. Allerdings kommt es darauf an, dass der Mensch sich an sein eigenes Gewissen hält, darauf hört, was es sagt und danach handelt. So gesehen kann man auch sagen, dass das Gewissen der Hauptbestandteil der Religion ist.
Von all dem abgesehen muss eine Sache beachtet werden: Jeder Mensch ist, von dem Zeitpunkt an, zu dem er sein Bewusstsein erlangt, verantwortlich für das, was Allah ihm eingibt und was sein Gewissen ihm gesagt. Von dem Zeitpunkt an, zu dem er das Geschehen um sich herum wahrnimmt und imstande ist, selbst zu urteilen, wird von ihm erwartet, dass er über die Fähigkeit verfügt und sie ausüben kann, die Stimme des Gewissens zu hören und zu erkennen, und den Willen zu haben, ihr zu folgen. Von diesem Zeitpunkt an wird er nach den Taten befragt, die er im Laufe seines Lebens begeht. Wenn er seinem Gewissen folgt, wird er mit ewigem Leben in Allahs Paradies belohnt. Folgt er aber seinem eigenen Ich, geht er auf eine ewig verschlossene Feuergrube zu.
 

HINWEISE AUF ALLAHS DASEIN DURCH DAS GEWISSEN ERKENNBAR


Das erste, was ein Mensch tun wird, der seinem Gewissen folgt, ist es, die Dinge um sich herum zu hinterfragen und zu untersuchen. Ein Mensch mit gutem Wahrnehmungsvermögen erkennt leicht, dass er in einer Welt lebt, die fehlerlos geschaffen und in ein vollkommenes Universum einbezogen ist.
Lass uns einen Moment über die Umgebung und die Voraussetzungen, unter denen wir leben, nachdenken. Wir leben in einer Welt die auf feinste Weise geplant und mit allen möglichen Einzelheiten gestaltet ist. Schon allein die Abläufe im Körper des Menschen sind überwältigend in ihrer Vollkommenheit. Während Du dieses Buch liest, schlägt Dein Herz ununterbrochen, ohne Fehl, Deine Haut erneuert sich, Deine Lungen reinigen die Luft, die du einatmest, Deine Leber entschlackt Dein Blut und Millionen von Proteinen werden in jeder Sekunde in Deinen Zellen zusammengefügt, um den Fortgang des Lebens zu sichern. Der Mensch lebt in Unkenntnis von Tausenden anderer Vorgänge, die in ihm selbst ablaufen und erkennt manche von ihnen nicht einmal.
Und darüber hinaus gibt es die Sonne, Millionen von Kilometern von unserer Erde entfernt, die für Licht, Wärme und Energie sorgt, die wir benötigen. Die Entfernung zwischen Sonne und Erde ist so genau ausgeglichen, dass diese Energiequelle die Erde weder verbrennt noch zum Kältetod führt.
Wenn wir zum Himmel aufschauen, erkennen wir, von seiner Schönheit ganz abgesehen, dass auch die Luftmassen um die Erde herum die Menschen und alle anderen Wesen vor möglichen äußeren Gefahren schützen. Gäbe es die Atmosphäre nicht, dann gäbe es auch auf der Erde kein einziges Lebewesen.
Ein Mensch, der diese Dinge eins um das andere betrachtet, wird früher oder später auch danach fragen, wie er selbst und das Universum, in dem er lebt, entstanden sind und Bestand haben. Wenn er dies erforscht, bieten sich ihm zwei mögliche Erklärungen.
Die eine dieser Erklärungen sagt uns, dass das gesamte Universum, Planeten, Sterne und alle Lebewesen von selbst auf Grund einer Reihe von Zufällen entstanden. Sie behauptet, dass freie Atome, kleinste Materieteilchen, zufällig zusammentrafen und zu Zellen wurden, zu Menschen, Tieren, Pflanzen, Sternen und all den fehlerlosen und ausgesprochen komplexen Strukturen und Systemen, die uns umgeben und in Erstaunen versetzen.
Die andere Erklärung sagt uns, dass alles, das wir sehen, von einem Schöpfer erschaffen wurde, der überlegenes Wissen und Macht über alles besitzt, dass überhaupt gar nichts einfach aufgrund von Zufall entstanden sein kann, und dass alle Systeme um uns herum von einem Schöpfer geplant und gestaltet sind. Dieser Schöpfer ist Allah.
Hier müssen wir auf unser eigenes Gewissen zurückgreifen, um zu entscheiden. Ist es möglich, dass solch vollkommene und detaillierte Systeme zufällig entstanden und trotzdem in solch harmonischer Weise funktionieren?
Jedermann, der sich hier an sein Gewissen hält, kann begreifen, dass alles im Universum einen Schöpfer hat, and dass dieser Schöpfer von höchster Weisheit ist und Macht über alles hat. Alles um uns herum trägt die erkennbaren Hinweise auf Allah. Das vollkommene Gleichgewicht und die Harmonie des Universums und der Lebewesen darin sind die deutlichsten Anzeichen eines höchsten Bewusstseins. Dieser Beweis ist klar, einfach und unbestreitbar. Unser Gewissen hat keine andere Wahl als anzuerkennen, dass all dies das Werk Allahs ist, des einen und einzigen Schöpfers.
Allerdings kann jemand, der hier nicht auf sein eigenes Gewissen zurückgreift, nicht zur selben Erkenntnis kommen. Diese Erkenntnis entsteht durch Weisheit, und Weisheit ist eine spirituelle Eigenschaft, die nur dann entsteht, wenn man seinem Gewissen folgt. Jegliche Haltung in Übereinstimmung mit dem Gewissen trägt dazu bei, Weisheit zu erlangen und zu entwickeln. Hier muss allerdings der Definition von Weisheit besondere Aufmerksamkeit zukommen. Entgegen dem üblichen Gebrauch ist Weisheit ein von Intelligenz zu unterscheidender Begriff. Ein Mensch, gleich wie intelligent und wissensreich ist, bleibt dennoch unweise, wenn er sich nicht auf sein Gewissen bezieht, und kann die Tatsachen, denen er begegnet, nicht wirklich sehen und verstehen. Ein Beispiel kann den Unterschied zwischen Intelligenz und durch das Gewissen erlangte Weisheit verdeutlichen. Ein Wissenschaftler beschäftigt sich über Jahre mit der Zellforschung. Er ist möglicherweise sogar der beste auf seinem Gebiet. Wenn es ihm aber an Weisheit und Gewissen fehlt, wird er sich nur auf Bruchstücke von Wissen stützen. Er kann diese Bruchstücke nicht zu einem Ganzen zusammenfügen. Mit anderen Worten, er kann nicht die richtigen Schlüsse aus diesem Wissen ziehen.
Ein Mensch mit Weisheit und Gewissen hingegen erkennt die wunderbaren Aspekte und vollkommenen Details einer Zelle und erkennt die Handschrift eines Schöpfers, eines Gestalters mit höchster Weisheit. Wenn ein Mensch mit Bezug auf sein Gewissen denkt, kommt er zu diesem Schluss: Die Macht, die eine Zelle in solcher Vollkommenheit schafft, muss auch der Schöpfer von all dem anderen Lebenden und Unbelebten sein.
Im Quran gibt es das Beispiel des Propheten Abraham (a.s.), der zu Allah fand, indem er auf sein Gewissen hörte:
Und als die Nacht über ihm dunkel wurde, sah er ein Gestirn. Er sagte: ‚Dies ist mein Herr!', und als es niederging, sagte er: ‚Ich liebe nicht die Niedergehenden!' Und als er den Mond hervorkommen sah, sagte er: ‚Dies ist mein Herr!', und als er niederging, sagte er: ‚Wenn mich nicht mein Herr rechtleitet, bin ich ganz bestimmt einer von den fehlgehenden Leuten!' Und als er die Sonne hervorkommen sah, sagte er: ‚Dies ist mein Herr, dies ist größer', und als sie niederging, sagte er: ‚Mein Volk, ich bin losgesagt von dem, was ihr an Mitgöttern gebt. Ich wende ja mein Antlitz zu dem, der die Himmel und die Erde hervorgebracht hat, als Rechtgläubiger, und ich bin nicht einer von den Mitgöttergebenden.' (Suratu-l-an'am 6:76-79)
In diesen Versen kann man sehen, wie der Prophet Abraham durch Weisheit zu Allah fand. Aufgrund seines Gewissens erkannte er, dass all das, was er um sich herum sah, nur Geschaffenes sein konnte, und dass der Schöpfer weit über den Geschöpfen steht. Jeder Mensch, der sich auf sein Gewissen bezieht, wird diese Tatsache einsehen, selbst wenn kein anderer da ist, der ihm davon berichtet. Jeder Mensch, der aufrichtig denkt, ohne sich von seinen eigenen Gefühlen leiten zu lassen und nur mit Bezug auf das Gewissen, kann Allahs Dasein und Allahs Ruhm erkennen.
Wenn sich jemand weigert, die einfachen Tatsachen vor seinen Augen anzuerkennen und so handelt, als ob sie nicht da sind, erniedrigt sich dieser Mensch trotz seiner Intelligenz selbst. Der Grund, warum jemand, der das Richtige aufgrund seines Gewissens weiß, es dennoch nicht anerkennen will, besteht darin, dass dieses Richtige mit seinen persönlichen Interessen im Konflikt steht. Wenn ein Mensch das Dasein Allahs anerkennt, bedeutet dies die Anerkennung eines Wesens, das weit über ihm steht und dem er sich zu ergeben hat, auf das er dringendst angewiesen ist und dem gegenüber er verantwortlich ist.
Nehmen wir ein bekanntes Beispiel dafür, wie ein verschlossenes Gewissen einen Menschen trotz seiner Intelligenz und seines Wissens hintergehen kann. Francis Crick ist einer der beiden Wissenschaftler, der in den 1950'er Jahren die Struktur der DNA entdeckte. Das war zweifellos eine der bedeutendsten Entdeckungen der Wissenschaftsgeschichte. Es bedurfte genauester Forschungsarbeit, beträchtliches Wissen und zweifellos Intelligenz. Als Ergebnis all dieser Arbeit erhielt dieser "Wissenschaftler" den Nobelpreis.
Während seiner Forschungen erstaunte die Struktur der Zelle und ihr verborgenes Design Francis Crick so sehr, dass er, obwohl er ein leidenschaftlicher Anhänger der Evolutions-theorie war, in seinem Buch folgendes erwähnt:
Ein ehrlicher Mensch, ausgerüstet mit allem uns bekannten Wissen, könnte nur feststellen, dass in gewissem Sinn der Ursprung des Lebens im Moment fast wie ein Wunder erscheint angesichts so vieler Bedingungen, die erfüllt sein müssten, damit es beginnt. (Francis Crick, Life Itself: Its Origin an Nature, New York, Simon & Schuster, 1981, S. 88)
Als Crick, der an die Evolutionstheorie und die Idee glaubte, dass das Leben aufgrund eines Zufalls entstanden sei, die Einzelheiten in der Zelle sah, schrieb er die obigen Zeilen und hielt fest, das eine Zelle unmöglich zufällig entstanden, sondern nur ein Wunder sein könne. Anhänger der Evolutionstheorie nehmen indes keine andere Erklärung als die des Zufalls an, denn sonst müssten sie das Dasein Allahs anerkennen. Crick war von der Vollkommenheit und Ganzheitlichkeit der Zelle so beeindruckt, dass er, obwohl er eine andere Ideologie vertrat, sein Erstaunen zugeben musste. Aber Crick konnte seinem Gewissen nicht sehr lange folgen, und er sagte, er könne das Dasein Gottes nicht akzeptieren, so dass diese ganze Gestaltung, die höhere Weisheit voraussetzt und keinesfalls mit dem Zufall erklärbar ist, nicht durch Gott, sondern durch ‚Außerirdische' erfolgt sei. Mit anderen Worten, es sollen die Außerirdischen gewesen sein, die das Leben schufen. Außerirdische sollen die erste DNS-Probe in die Welt gebracht und damit das Leben begonnen haben! Das ist ein typisches Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Mensch, gleich wie intelligent und wissensreich er sein mag, sein Gewissen einsperrt und unterdrückt. Dieser Nobelpreisträger hat sein Gewissen dermaßen hintergangen, dass er nicht einmal überdachte, wie ein Außerirdischer, der angeblich eine derartig überlegene Gestaltung hervorbrachte, denn selbst entstanden war.
Ein bekannter amerikanischer Biochemieprofessor, Michael J. Behe, erklärt, ohne das Wort Gewissen selbst zu verwenden, die Situation dieser Wissenschaftler, die ihr eigenes Gewissen hintergehen:
In den letzten vier Jahrzehnten hat die moderne Biochemie die Geheimnisse der Zelle aufgedeckt. Es bedurfte zehntausender Forscher, die einen großen Teil ihres Lebens langwieriger Laborarbeit widmeten... Das Ergebnis dieser kollektiven Bemühungen, die Zelle zu erforschen - d.h., das Leben im molekularen Bereich zu entdecken - ist ein lauter, deutlicher, durchdringender Schrei des "Designs"! Das Resultat ist so eindeutig und so bedeutend, dass es als eine der größten Errungenschaften in der Geschichte der Wissenschaft betrachtet werden muss... Statt dessen umgibt eine merkwürdige, verlegene Stille die außerordentliche Komplexität der Zelle. Warum stürzt sich die wissenschaftliche Gemeinschaft nicht gierig auf diese sensationelle Entdeckung? Warum wird die Beobachtung des Designs mit intellektuellen Handschuhen angefasst? Das Dilemma liegt darin, dass die eine Seite des Elefanten mit "intelligentes Design" beschriftet ist, während die andere Seite die Urheberrefe-renz - Gott - enthalten muss. (Michael J. Behe, Darwin's Black Box, New York, Free Press 1996, S. 232-233)
Die Zeichen des Daseins Allahs sind sehr deutlich und für jedermann erkennbar zu sehen. Es ist eine offenkundliche Wahrheit, dass der Schöpfer der im Universum vorherrschenden Gestaltung Allah ist. Manche, die Allahs Dasein verwerfen, tun dies nicht, weil sie nicht wirklich an ihn glauben, sondern weil sie den Moralkodex umgehen möchten, den sie als Gläubige beachten müssten. Jeder Mensch weiß in seinem Gewissen um das Dasein und die ewige Macht Allahs. Aber wer das Dasein Allahs anerkennt und Seine Macht wahrnimmt, weiß auch, dass er Ihm gegenüber verantwortlich ist, und dass er Seinen Regeln zu folgen und um Seinetwillen zu leben hat. Wer auf Ablehnung beharrt, obwohl er diese Tatsachen kennt, tut dies, weil diese großartige Tatsache anzunehmen nicht mit seinen eigenen Interessen und dem Überlegenheitsgefühl in seinem Inneren übereinstimmt. Im Quran werden solche Menschen in der Sure an-naml beschrieben:
Und sie bestritten sie, und sie waren selbst überzeugt davon in Unrecht und Überheblichkeit, also sieh, wie das endgültige Ende der Unheilstifter war. (Suratu-naml 27:14)
Die im Quran berichteten Ereignisse zwischen dem Propheten Abraham (a.s.) und seinem Volk stellen ein sehr gutes Beispiel dar. Das Volk von Prophet Abraham verehrte Mittgötter. Es ist wichtig festzuhalten, dass hier im Quran der Ausdruck "Mitgötter" alle die Kräfte einbezieht, an die Menschen ausser an Allah glauben. Es wäre falsch zu denken, dass Mitgöttergebende nur solche Menschen sind, die Figuren verehren. Wie im Falle der Anhänger der Evolutionstheorie, die Atome, Zeitfaktor und Zufall als die Ursachen des Lebens ansehen, bedeutet es vielmehr, Atome, Zeitfaktor und Zufall als Mitgötter anzunehmen. Aber weder der Zeitfaktor noch der Zufall können überhaupt mächtig genug sein, um Leben zu schaffen. Nur Allah allein hat diese Macht. Nach den obigen Ereignissen zerstörte der Prophet Abraham die Götzen, um seinem Volk zu zeigen, dass die Figuren, die sie verehrten, nur gewöhnliche Gegenstände waren, die keine Macht über irgend etwas haben. Im Quran ist es folgendermaßen beschrieben:
Er sagte: ‚Vielmehr ist euer Herr der Herr der Himmel und der Erde, der sie hervorgebracht hat, und ich bin euch dafür einer von den Zeugen,
und bei Allah, ganz bestimmt unternehme ich etwas gegen eure Götzenfiguren, nachdem ihr den Rücken abkehrt.'
Also machte er sie zu Stücken, außer einen großen von ihnen, damit sie vielleicht auf ihn zurückkommen würden.
Sie sagten: ‚Wer hat das gemacht mit unseren Göttern? Er ist ja bestimmt einer von den Unrechthandelnden.'
Sie sagten: ‚Wir haben einen jungen Mann gehört, er erwähnte sie, er wird Abraham genannt.'
Sie sagten: ‚Also bringt ihn vor die Augen der Leute, damit sie vielleicht Zeugen sind.'
Sie sagten: ‚Hast du das gemacht mit unseren Göttern, Abraham?'
Er sagte: ‚Vielmehr hat es ihr großer gemacht, dieser, also fragt sie, wenn sie sich äußern.' (Suratu-l-anbija 21:56-63)
So sahen die Glaubensverweigerer, dass die Götzenfiguren, die sie verehrt hatten, auf ihre Rufe nicht antworten konnten. Sie waren ohnmächtige Bildnisse, denen sogar die Macht fehlte, sich selbst zu verteidigen, ganz zu schweigen davon, etwas zu schaffen. Also wandten sie sich an ihr Gewissen:
Da kehrten sie sich zu sich selbst und sagten: ‚Ihr - ihr seid die Unrechthandelnden!' (Suratu-l-anbija 21:64)
Doch es dauerte nicht lange, bis sie zu ihrer ursprünglichen Haltung zurückkehrten. Hochmütig und arrogant leugneten sie, worauf sie ihrem Gewissen nach gekommen waren. Doch dann fielen sie zurück in ihre Glaubensverweigerung.
Dann wurden sie wieder umgekehrter Ansicht: ‚Du hast schon gewusst, diese äußern sich nicht.' Er sagte: ‚Dient ihr anstelle Allahs dem, was euch nichts nützt und euch keinen Schaden antut? Missbilligung für euch und für das, dem ihr dient anstelle Allahs! Also habt ihr keinen Verstand?' (Suratu-l-anbija 21:65-67)
Nachdem ihnen ihr Gewissen offengelegt worden war, sind die Glaubensverweigerer bestürzt und lehnen ab, was ihr Gewissen akzeptiert hatte. Um die Wahrheit nicht anzunehmen, verspüren sie einen intensiven Hass gegen jene, die ihnen die Wahrheit klarmachen, und sie nehmen sogar den Versuch auf sich, die Gesandten zu ermorden, um ihre falschen Glaubensvorstellungen zu retten.
Sie sagten: ‚Verbrennt ihn und helft euren Göttern, wenn ihr etwas tut.' (Suratu-l-anbija 21:68)
Diese Situation betrifft nicht nur einen gewissen Teil der Gesellschaft, sondern gilt allgemein für viele Menschen. Jemand ist vielleicht ein ausgezeichneter Wissenschaftler, der vielerlei entdeckt hat. Oder er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann oder ein Künstler, er ist vielleicht auch wohlhabend, gebildet und intelligent. Aber statt sein Gewissen damit zu befassen, an Allah zu denken, Seine Macht und Sein Können zu rühmen und Ihm für die Gelegenheit zu danken, diese Dinge sehen und verstehen zu können, wird er nur stolz und angeberisch wegen seiner Intelligenz und seiner Entdeckungen und des Geldes, das er verdient hat. Er denkt nicht daran, dass ihm das alles nichts nützt, wenn er stirbt.
Sogar die Namen vieler Menschen, die zu ihrer Zeit berühmt waren wegen ihrer Entdeckungen, ihres Reichtums oder der großen Staaten, die sie regierten, sind lange vergessen. Selbst wenn man sich an sie erinnert, nützt das dem Menschen, der gestorben ist, nichts. Diese Menschen haben nicht auf Allahs Anweisungen geachtet und auch Seine Macht und die Gunst, die Er ihnen gewährte, nicht anerkannt. Solche Menschen sind fehlgegangen, weil ihre Herzen versiegelt und ihre Gewissen verhüllt waren. Im Quran beschreibt Allah diejenigen, die Seine Gebote überschreiten, weil sie ihren eigenen Interessen und Begierden folgen:
Und hast du den gesehen, der als seinen Gott seine eigene Laune nimmt, und Allah lässt ihn fehlgehen, wissensgemäß, und siegelt über sein Hören und sein Herz, und Er gibt über seine Blicke eine Bedeckung, und wer leitet ihn recht, nach Allah? Also lassen sie sich nicht erinnern?
Und sie sagen: ‚Es gibt nichts außer unserem Leben in dieser Welt, wir sterben und wir leben, und es vernichtet uns nur die verlaufende Zeit', und sie haben über dies kein Wissen, sie vermuten nur. (Suratu-l-dschathija 45:23-24)
Wie dieser Vers zeigt, werden diejenigen Menschen als taub und blind beschrieben, die ihr Gewissen missachten, während sie ihrem eigenen Ego Raum geben und wegen der Eigenschaften, die sie haben, Gottes Gebote übertreten. Dass ihre Herzen versiegelt sind, sagt uns, dass sie kein Verständnis haben, d.h. sie können weder ihre Weisheit einbringen noch zwischen richtig und falsch unterscheiden. Der einzige Grund, weshalb sie in eine solche Lage kommen, ist, dass sie ihrem Gewissen nicht folgen.

SOLCHE DIE NACHFRAGEN UND SOLCHE DIE IGNORIEREN


Bis jetzt haben wir davon gesprochen, wie ein Mensch mit Gewissen Bewusstsein vom Dasein Allahs erlangen kann, selbst wenn ihm darüber nichts beigebracht wurde. Wer mit Hilfe seines Gewissens versteht, dass ein Schöpfer existiert, wird zu dem Schluss kommen, dass wenn Allah ein derart fehlerloses Universum geschaffen und dem Menschen ein Gewissen gegeben hat, um zu begreifen, Er ihn nicht unnütz belässt. Er wird ganz sicher irgendeine Form der Kommunikation mit diesen intelligenten Wesen eingerichtet haben, die Er geschaffen hat und Sich ihnen bekannt gemacht haben. Darüber hinaus wird Allah, der alles schuf, sie ganz sicher zu einem Zweck geschaffen und ihnen diesen Zweck mitgeteilt haben. Ein Mensch, der seinem Gewissen folgt, wird ein großes Verlangen danach verspüren, über seinen Schöpfer Bescheid zu wissen, der ihn und das gesamte Universum geschaffen hat. Dieses Verlangen wird sogar zu seinem einzigen Lebenszweck. Er begreift, dass er auf Allah angewiesen ist, der ihn aus dem Nichts geschaffen und ihm Leben gegeben hat, als er nichts war, und dass alle Macht Allah gehört.
Er begreift auch, dass Allah alles zu einem Zweck erschaffen hat. Alles hat seine Aufgabe. Der Himmel ist wie eine Decke, die unseren Planet schützt. Die Zellen bilden das Leben, der Regen bringt Segen, die Sonne ist Quelle von Licht und Wärme für die Welt. Sie wurde zu einem so bedeutenden Zweck geschaffen, dass es ohne sie kein Leben gäbe. Kurz gesagt, der Mensch kann einsehen, dass alles, was wir hier aufzählen und nicht aufzählen können, zu einem besonderen Zweck erschaffen ist. Da fragt sich der Mensch: "Wenn ich in eine solch vollkommene und fehlerlose Welt hineingeschaffen bin und nach kurzer Zeit sterbe, was ist dann der Zweck meines hiesigen Daseins?" Und er sucht nach einer Antwort auf diese Frage.
Er ist mit den Bruchstücken, die er von anderen gehört hat, nicht zufrieden. Er will Allah kennen, wissen, was Allah von ihm will, und den Zweck seiner Erschaffung erfahren. Er versteht mit Hilfe seines Gewissens, dass Informationen, die von anderen Menschen kommen, unvollständig oder irreführend sein können. Meist widersprechen sich die Aussagen von Leuten und sind voller Ungereimtheiten. So kommt er ganz natürlich zu der Ansicht, die beste Anleitung um zu Allah zu gelangen, ist die Offenbarung von Allah. Folglich nimmt er den Quran, die letzte Schrift, die Allah offenbarte und die Er schützt, als Anleitung.
Diejenigen, die den Quran ignorieren, folgen ihrem Gewissen nicht
Wie viele Menschen auf der Erde haben den Quran nie gelesen und sich nie darüber Gedanken gemacht? Allah hat den Menschen eine Schrift gesandt, die sie vor warnt, dass sie nach ihrem Tod darüber befragt werden, ob sie das, was in dieser Schrift steht, beachtet haben oder nicht. Das Ergebnis führt sie entweder zum Paradies oder zur Hölle. Selbst wenn manche Leute das nicht begreifen, indem sie ihrem Gewissen folgen, haben sie doch davon gehört und wissen davon. Dennoch lesen sie den Quran nicht. Sie fragen nicht einmal danach, was in der Schrift geschrieben steht, nach der sie am Tag des Gerichts verantwortlich gemacht werden.
Jemand bekommt beispielsweise einen Brief von seiner Arbeitsstelle oder Schule in einem Umschlag, auf dem zu lesen ist: Von größter Wichtigkeit für Ihre Karriere oder Bildung! Er wird aufgefordert, diesen Brief zu lesen und die darin gestellten Anforderungen bis zu einem bestimmten Datum zu erfüllen. Was wird er tun? Wird er den Brief einfach an die Wand heften, ohne ihn überhaupt zu lesen, oder einfach in eine Schublade legen, oder ihn lesen aber ignorieren, was darin steht?
Seine Weisheit und sein gesunder Menschenverstand sagen ihm eindeutig, diesen Brief zu lesen. Aber die meisten Menschen rühren wegen der Achtlosigkeit, in der sie sich befinden, keinen Finger, um die allerwichtigste Schrift zu lesen, die es gibt: die Botschaft Allahs an Seine Menschen.
Die Tatsache, dass die Leute die Schrift, die Allah gesandt hat, ignorieren, wird im Quran wie folgt geschildert:
Und der Gesandte hat gesagt: ‚Mein Herr, mein Volk nimmt diesen Quran als bedeutungslos.' (Suratu-l-furqan 25:30)
Und als zu ihnen ein Gesandter von Allah kam, eine Bestätigung für das, was bei ihnen ist, verwarf ein Teil von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde, die Schrift Allahs hinter ihre Rücken, als ob sie sie nicht kennen. (Suratu-l-baqara 2:101)
In diesem Vers verweist der Ausdruck "als ob sie sie nicht kennen" darauf, dass die Leute die Schrift Allahs ignorieren, obwohl sie sie kennen. Jeder weiß tief in seinem Gewissen, dass er den Quran zu lesen und anzuwenden hat, aber die Mehrheit ignoriert ihn. Der Grund dafür ist, dass die Leute ihrem Gewissen nicht folgen.

GEWISSEN UND QURAN ZEIGEN DEM MENSCHEN DEN WAHREN SINN DES LEBENS


Und habt ihr damit gerechnet, dass Wir euch überflüssigerweise geschaffen haben, und dass ihr nicht zu Uns zurückkehrt? (Suratu-l-muminun 23:115)
Ein Mensch, der mit Hilfe seines Gewissens denkt, wird über den Sinn seines Lebens nachdenken und im Laufe seiner Suche nach der Antwort sich natürlicherweise dem Quran, Allahs Offenbarung, zuwenden. Wenn jemand beabsichtigt, den Quran zu lesen, ist es von größter Wichtigkeit, dass sein Gewissen offen bleibt und dass er jeden Vers mit großer Aufrichtigkeit liest, mit der Absicht, das Gelesene anzuwenden und danach zu leben. Wer den Quran liest, wird die Antwort auf die Frage nach dem Sinn seiner Erschaffung finden. Im Quran wird dieser Sinn wie folgt beschrieben:
Und Ich habe die Dschinn und die Menschheit zu nichts sonst geschaffen, außer dass sie Mir dienen, Ich möchte von ihnen keine Versorgung, und Ich möchte nicht, dass sie Mich speisen! Ja, Allah, Er ist der Versorger, voller fester Kraft. (Suratu-l-dsarijat 51:56-58)
Der Zweck des Menschenlebens auf dieser Erde ist, dass der Mensch geprüft wird:
Derjenige, der das Sterben und das Leben geschaffen hat, damit Er euch prüft, welcher von euch am besten ist im Tun, und Er ist der Mächtige, der Verzeihende. (Suratu-l-mulk 67:2)
Wir haben ja, was auf der Erde ist, als Schmuck für sie gemacht, damit Wir sie prüfen, welcher von ihnen am besten handelt. (Suratu-l-kahf 18:7)
Wir haben ja den Menschen aus einem Tropfen Vermischungen geschaffen, Wir prüfen ihn, also haben Wir ihn hörend, sehend gemacht, Wir haben ihn ja den Weg rechtgeleitet - gleich, ob er dankend oder ob er dankverweigernd ist. (Suratu-l-insan 76:2-3)
Wer die voranstehenden Verse liest, wird verstehen, dass Allah das Leben zur Prüfung des Menschen schuf. Dann wird er sofort an sein eigenes Leben und auch an das anderer denken. Die meisten Menschen um ihn herum hetzen und mühen sich ab für das Leben in dieser Welt. Sie haben sehr genaue Pläne, die allesamt weltliche Angelegenheiten betreffen: die Schule, die sie besuchen werden, den Beruf, den sie ergreifen werden, ihre Heirat, ihre Kinder, das Haus, in dem sie leben werden, das Auto, das sie kaufen werden, wie hoch ihr Einkommen sein wird, wo sie das neue Jahr verbringen werden, was sie für Geburtstagsgeschenke erhalten werden, ihren Ruhestand, die Ferien, die sie machen usw. Jeder Mensch hat solche Pläne und Ziele im Sinn, obwohl interessanterweise niemand sich die Zeit nimmt, über den wahren Sinn seines Daseins in der Welt nachzudenken. Ein bewusster Mensch, der dieses Verhalten miterlebt, versteht, was es eigentlich ist: Achtlosigkeit und Torheit. Es ist Allah, der den Menschen geschaffen hat, ihm Leben gab und ihn weiterleben lässt. Allah hat den Sinn der Schöpfung sehr deutlich gemacht: Ihm zu dienen. Das Einzige, was den Menschen wirklich glücklich macht, ist, sich in Ergebung vor Allah zu beugen, dem Sinn seiner Erschaffung gemäß, und alles, was er hat, Ihm zu widmen, um Seine Zufriedenheit zu finden. Doch die meisten Menschen leben achtlos und gierig weiter, gerade so als ob sie diese Tatsache gar nicht kennen würden und als ob sie nur in diese Welt gekommen seien, um sich zu vergnügen. Auf der anderen Seite sieht ein Mensch, der mit Hilfe seines Gewissens denkt, dass die Mehrheit der Menschen in eine gefährliche Lage der Nachlässigkeit geraten ist. So erkennt er, dass andere Menschen kein Maßstab für ihn sein können und dass es ihn hindert, der Schrift Allahs zu folgen und den Quran als seine einzige Anleitung anzunehmen, wenn er anderen Menschen folgt und sagt: "Die meisten handeln so!"

MIT SICHERHEIT AN DAS JENSEITS GLAUBEN


Der Mensch, der begriffen hat, dass er auf diese Welt kam, um von Allah geprüft zu werden, bewegt sich dann auf einen anderen Gedanken zu. Wenn wir geprüft werden, kann der Tod nicht das Ende sein. Es muss auch ein Ergebnis dieser Prüfung geben. Unter all den Menschen, die in der Vergangenheit lebten, gab es Tyrannen, Ausschweifende, Mörder und ebenso die Gesandten Allahs und andere Leute mit sehr wachem Gewissen, die ihr gesamtes Leben Allah weihten. Es gab auch die armen und elenden Menschen, die unterdrückt wurden. Die aus der Vergangenheit sind alle tot, sowohl die Guten wie die Bösen in ihren Gräbern. Heute ist von ihnen bis auf Skelettreste nichts übrig. Allah, der ewige Gerechtigkeit innehat, lässt das Leben dieser Welt so nicht enden.
Kurz gesagt, das Gewissen des Menschen sagt ihm, dass Allah jedem Menschen voll und ganz vergilt, was er getan hat. Da die Begleichung in dieser Welt nicht vollkommen ist, muss es einen Ort geben, zu dem hin sie aufgeschoben wird.
Menschen, die ihr Gewissen heranziehen, finden auch im Quran die Antwort. Allah sagt im Quran, dass Er die Begleichung bis nach dem Tod aufgeschoben hat, wenn jedermann alles, was er im Leben dieser Welt beging, voll und ganz vergolten wird.
Zu Ihm ist eure Rückkehr, allesamt, das Versprechen Allahs als Wahrheit, Er hat ja die Schöpfung erstmals begonnen, dann bringt Er sie wieder, damit Er denjenigen, die glauben und rechtschaffen handeln, mit Gerechtigkeit vergilt, und für diejenigen, die den Glauben verweigern, gibt es einen Trank von Siedendheißem und schmerzende Strafe, weil sie immer den Glauben verweigert haben. (Sura Yunus 10:4)
Und allen bezahlt ja dein Herr unbedingt ihre Taten voll, Er ist ja dessen kundig, was sie tun. (Sura Hud 11:111)
Diejenigen, die sich mit Hilfe ihres Gewissens auf den Quran beziehen, verstehen, dass Allah alles weiß, was sie tun, und dass jede gute und jede böse Tat vergolten wird. Keine Tat wird übersehen, wie viele Leute es fälschlicherweise annehmen. Allah gibt im Quran den Tag der Abrechnung und des wahren Lebens bekannt, das jedermann nach seiner Abrechnung erwartet.
Das Leben dieser Welt ist ein vorübergehender Bereich der Prüfung, und das wahre Leben ist das Leben im Jenseits, im Paradies oder in der Hölle. Nach dem Tod wird jedermann nach seinen Handlungen befragt, an einem von Allah festgesetzten Tag. Wer so lebte, wie Allah es wünscht, wird für immer im Paradies leben - der wunderbarsten Bleibe für einen Menschen. Was die anderen angeht, werden sie für immer in der Hölle leben, wo es die schlimmsten Schmerzen und Nöte gibt. Es ist eine im Quran und auch durch das Gewissen und die Weisheit mitgeteilte Tatsache, dass das wirkliche Leben nach dem Tod beginnt und jeder in andere Verhältnisse gelangt, je nach seinem Verhalten in dieser Welt. Es passt den Leuten nicht, ihrem Gewissen in einem Leben zu folgen, das sie mit Scherzen, Herumalbern und in Routine verbringen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Jeder verfolgt Pläne, die im Leben dieser Welt Nutzen bringen sollen, aber keiner dieser Pläne betrifft den Tod oder das Jenseits. Dabei ist aber gerade der Tod eine viel sichere Wirklichkeit als all diese geplanten Geschehnisse. Die Leute beziehen aber den Tod nicht in ihre Überlegungen mit ein. Sie versuchen so zu leben, als ob sie nie sterben würden.
Was kann dann der Grund dafür sein, dass die Mehrheit der Leute diese wichtige Tatsache in ihrem Leben ignoriert?
Um diese Frage zu beantworten, musst Du einen Moment nachdenken: Wie oft hast Du in Deinem Leben über den Tod nachgedacht? Hast Du je daran gedacht, dass Du eines Tages stirbst, alle Deine Lieben, die Dich begraben haben, dann die Grabstätte verlassen und mit ihrem Alltagsleben fortfahren werden, und alles, was Du jemals hattest, mit Deinem Tod aufhört? Hast Du Dir jemals vorgestellt, wie der Tod vonstatten geht? Dein Körper wird im Erdboden verrotten, aber was wird Deine Seele erleben?
Der Mensch hat eine Seele, und die Seele vergeht nicht. Nachdem der Mensch gestorben ist, beginnt für seine Seele ein neues Leben, aber hat er jemals darüber nachgedacht, was für ein neues Leben ihn erwartet? Wie die Mehrheit der Menschen hat er sich vielleicht nie über so etwas Gedanken gemacht. Denn hierüber nachzudenken entsetzt die Menschen. Sie wollen diesen Tatsachen so weit möglich aus dem Weg gehen. Wenn dieses Thema aufkommt, versuchen sie seine Auswirkung auf sie mit Witzen oder leichtfertigen Bemerkungen herunter zu spielen.
Warum versuchen dann fast alle Menschen so sehr, dieser Wirklichkeit zu entgehen, die mit Sicherheit eines Tages eintritt? Wird das Ignorieren sie verhindern? Natürlich nicht. Der Grund, weshalb die Leute es vermeiden, über den Tod und das Jenseits nachzudenken ist, dass dadurch ihr Gewissen in Aktion tritt, sie daran erinnert, dass sie Allah gegenüber verantwortlich sind und dass sie nach dem Tod Rechenschaft für ihre Taten ablegen werden. In dem Moment, in dem das Gewissen erwacht, verliert alles andere, das bis dahin getan wurde, seine Bedeutung, und der Mensch beginnt zu verstehen, was wirklich wichtig ist. Wenn er daran denkt, dass er eines Tages sterben wird, welche Bedeutung haben dann die Dinge, die er im Leben dieser Welt getan hat? Anfangs wird es ihm vielleicht schwer fallen, das zu verstehen, aber an den genauen Augenblick des Todes mit seinen Einzelheiten zu denken wird ihm helfen, alle diese Wahrheiten zu verstehen.
Der Tod kommt vielleicht gerade dann zu Dir, wenn Du ihn am wenigsten erwartest, und höchstwahrscheinlich wirst Du gar keine Gelegenheit haben, Dich darauf vorzubereiten. Es könnte schon jetzt sein, oder in ein paar Augenblicken, oder zu einem entsprechenden Zeitpunkt in ein paar Jahren.
Das wahre Gewissen meldet sich, wenn der Todesengel und das Höllenfeuer erblickt werden
Du hast vielleicht schon jemanden sterben sehen, aber das, was Du da gesehen hast, ist das Sterben des Körpers. Doch es gibt auch die Erfahrung der Seele beim Tod, die nur von dem Menschen erlebt wird, der sie selbst macht. Anwesende werden nur das Sterben des Körpers wahrnehmen, das im Falle eines Menschen, der auf natürliche Weise in seinem Bett stirbt, sehr friedvoll erscheinen mag oder aber auch im Falle eines Unfallopfers oder eines Kranken sehr beängstigend. Aber das, was die Seele beim Tod durchmacht, ist ganz anders, als es erscheint.
Wenn der Mensch, der stirbt, ein Gläubiger ist, dann wird seine Seele mit Leichtigkeit von ihm genommen, und er empfängt von zwei Engeln die freudige Nachricht, dass sein wunderbares ewiges Leben beginnt. Dieser Mensch ist weder furchtsam noch traurig, denn er hat die unendliche Freude zu wissen, dass er auf ewig in Glückseligkeit und Frieden sein wird. Diese Tatsache erwähnt der Quran wie folgt:
… welche die Engel zu sich nehmen als Gute. Sie sagen: ‚Frieden auf euch, tretet ein in den Paradiesgarten wegen dem, was ihr getan habt.' (Suratu-nahl 16:32)
Das größte Erschrecken macht sie nicht betrübt, und es begegnen ihnen die Engel: ‚Dies ist euer Tag, der euch versprochen wurde.' (Suratu-l-anbija 21:103)
Im Falle eines Menschen, der sein Leben nicht in Übereinstimmung mit Allahs Wunsch gelebt hat, wird das, was seine Seele erlebt, der Anfang eines Lebens voller Qualen sein, ganz gleich, wie sein Körper gestorben ist. Allah warnt diese Menschen im Quran:
Und wie, wenn die Engel sie zu sich nehmen, - sie schlagen ihre Gesichter und ihre Rücken! (Sura Muhammad 47:27)
Aus diesem Grund wird das Bemühen, Dir den Augenblick des Todes vorzustellen, Dich mit Sicherheit zu aufrichtigem und gewissenhaftem Verhalten führen.
Der Tod kann kommen, während Du Auto fährst oder sonst etwas routinemäßiges tust. Ganz plötzlich verändert sich Dein Blickfeld, und Du siehst die beiden Engel des Todes. Die Engel des Todes können für jene, die ihr Leben nicht in Übereinstimmung mit Allahs Zufriedenheit lebten, und die den Tod und das Jenseits ignorierten, ganz fürchterliche Erscheinungen sein. Im Quran wird gesagt, dass sie ihre Hände nach dem Menschen ausstrecken, dessen Leben sie nehmen, ihn dicht an sich heranziehen und ihm eine erniedrigende, endlose Qual ankünden, während sie ihn auf Gesicht und Rücken schlagen. Das Trennen der Seele vom Körper verursacht größten Schmerz. Dieser Zeitpunkt ist in der Sure mit der Auferstehung beschrieben:
Und Gesichter sind an diesem Tag düster, Du meinst, dass ihnen davon das Rückgrat gebrochen wird, Keineswegs! Wenn sie die Schlüsselbeine erreicht, Und es wird gesagt: ‚Wer ist ein Beschwörer?', Und er meint, dass es die Trennung ist, Und sich Wade an Wade drängt, Zu deinem Herrn ist an diesem Tag das Hintreiben, Und er hat nicht für wahr gehalten, und er hat nicht gebetet, Sondern er hat abgeleugnet, und er hat sich abgekehrt. (Suratu-l-qijama 75:24-32)
Auch Du wirst ganz sicher den Augenblick des Todes erleben. Was wird dann für Dich wichtig und was bedeutungslos? Was wirst Du bereuen, nicht getan zu haben? Wessen Rat befolgt zu haben wirst Du Dir wünschen? Wen nie getroffen zu haben wirst Du Dir wünschen? Wie wichtig werden Dir Einzelheiten Deiner Arbeit sein? Von welcher Bedeutung ist ein Kleidungsstück, das Du bei einer Party trägst, oder die Meinung der Leute über Deine äußere Erscheinung im Vergleich zur Tatsache des Jenseits?
Wer diese Fragen wirklich aufrichtig beantwortet, kann mit dem, was sein Gewissen ihm sagt, zurechtkommen. Wenn jemand im Laufe seines Lebens nicht auf Allahs Wohlgefallen geachtet hat und nicht sein Bestes getan hat, um Allahs Gutheißung zu erlangen, dessen stärkstes Gefühl zusätzlich zur Furcht, die er im Augenblick des Todes verspürt, wird ein unaufhörliches Bereuen sein. Reumütige Gedanken wie "Hätte ich doch nicht auf diese oder jene Person gehört! Hätte ich doch regelmäßig gebetet! Hätte ich doch um Allahs willen gelebt!" usw. gehen ihm durch den Sinn.
Inzwischen nehmen die Auswirkungen des Todes noch mehr zu, denn die beiden Engel schleifen diesen Menschen zur Hölle, während sie ihn erniedrigen. Bevor jemand in die Hölle gelangt, wird jeder einzeln befragt, und sie sehen, weshalb sie in die Hölle kommen. Zu dieser Zeit wird der Mensch unbeschreibliche Abscheu wegen all dem verspüren, das er getan und gedacht hat, und sein gesamtes Leben wird ihm in allen Einzelheiten vorgeführt. Die Gedanken, von denen er annahm, dass sie niemand kennt, und viele andere Ereignisse, die er selbst schon vergessen hat, werden ihm vorgelegt.
An diesem Tag treten die Menschen getrennt heraus, damit ihnen ihre Taten gezeigt werden, Und wer das Gewicht eines Sonnenstäubchens an Gutem tut, er sieht es, Und wer das Gewicht eines Sonnenstäubchens an Schlechtem tut, er sieht es. (Suratu-l-zilzal 99:6-8)
Denke also darüber nach, was Du bereuen wirst, wenn Dir Dein gesamtes Leben in dieser Welt auf diese Weise vorgelegt wird. Wozu wirst Du sagen: "Hätte ich es doch nie getan! Oder "Hätte ich es doch nur getan!"? Dieses nicht wieder gut zu machende Bedauern an diesem Tag ist in den Quranversen erwähnt:
Dies ist der Tag der Wahrheit, also wer will, nimmt sich bei seinem Herrn einen Ort der Heimkehr. Wir haben euch ja gewarnt vor naher Strafe, einem Tag, an dem der Mensch sieht, was seine Hände vorausgeschickt haben, und der Glaubensverweigerer sagt: ‚Wehe mir, wäre ich Staub.' (Suratu-naba 78:39-40)
Auch werden die Menschen großen Zorn und Abneigung wegen dem gegen sich selbst verspüren, was sie in ihrem Leben in dieser Welt getan haben. Aber der Zorn und die Ablehnung Allahs ihnen gegenüber wird noch stärker sein. Die Glaubensverweigerer werden angesprochen:
Denjenigen, die den Glauben verweigert haben, wird zugerufen: ‚Bestimmt, der Greuel Allahs ist größer als euer Greuel über euch selber. Als ihr zum Glauben gerufen wurdet, da habt ihr den Glauben verweigert.' (Sura Ghafir 40:10)
Im Quran heißt es, dass an diesem Tag Bedauern und sich Erinnern nichts nützen werden. Zu diesem Zeitpunkt ist alles abgeschlossen. Es wird nicht mehr möglich sein, in Ordnung zu bringen, was in der Vergangenheit geschah. Die Tore der Hölle werden für immer hinter dem Menschen geschlossen.
Und es wird an diesem Tag die Hölle herangebracht, - an diesem Tag lässt sich der Mensch ermahnen, und von wo gibt es dann für ihn Ermahnung? Er sagt: ‚Wehe mir, hätte ich etwas vorausgeschickt für mein Leben.' Also an diesem Tag straft niemand wie mit Seiner Strafe, Und fesselt niemand wie mit Seinem Fesseln. (Suratu-l-fadschr 89:23-26)
Alle Menschen, selbst die meistfehlgehenden, werden in der Lage sein, ganz klar all das zu erkennen, was ihr Gewissen ihnen zum Zeitpunkt des Todes und bei der Abrechnung sagt, aber weil dann keine Umkehr mehr möglich ist, werden sie ihre Lage durch das Befolgen ihres Gewissens nicht mehr verändern können. Der Zweck dieses Buches ist es, die Menschen auf ihr Gewissen aufmerksam zu machen, solange noch Zeit ist, und sie einzuladen, ein Leben zu führen, mit dem sie ihre Vergangenheit in Ordnung bringen können und im Jenseits kein Bereuen verspüren müssen.
Der Unterschied zwischen Menschen, die stets ihrem Gewissen folgen und anderen, die das nicht tun, liegt in der Kraft des Glaubens an Allah und an das Jenseits, den Menschen mit Gewissen haben. Ein seinem Gewissen folgender Mensch verhält sich stets so, als ob er am Rand der Hölle befragt wird. So berichtet uns Allah zum Beispiel von manchen Seiner Gesandten, die stets an das Jenseits dachten:
Und erwähne Unsere Knechte Abraham und Isaak und Jakob, solche mit Tatkraft und Einblick, Wir haben ihnen ja das Gedenken der Heimstätte ganz ausschließlich gemacht. (Sura Sad 38:45-46)

DEM QURAN GEMÄSS LEBEN DURCH STETIGES BEFOLGEN DES GEWISSENS


Der einzige Sinn des Lebens eines Menschen, der sich des Daseins Allahs und des Jenseits bewusst ist, besteht darin, Allah zufrieden zu stellen und auf ewig im Paradies zu leben. Für jemanden, der nach seinem Gewissen und seiner Weisheit handelt, ist es unmöglich, sich ein anderes Ziel zu setzen. Ein weiterer großer Irrtum des Menschen ist es, anzunehmen, dass die Religion ein Glauben ist, der nur einen kleinen Teil des Lebens betrifft, etwas, an das man sich nur an bestimmten Tagen erinnert, und dass nichts damit zu tun hat und nur ein paar Gebetsrituale einschließt. Im Gegenteil, im Quran wird gesagt, dass das gesamte Leben des Menschen mit allen Verrichtungen für Allah zu sein hat:
Sag: Ja, mein Gebet und mein Opfern und mein Leben und mein Sterben sind für Allah, den Herrn der Welten. (Suratu-l-an'am 6:162)
Das bedeutet, dass der Mensch bei all seinen Worten, Entscheidungen und Handlungen darauf achten muss, ob Allah mit ihm zufrieden ist oder nicht. Wenn er meint, dass etwas Allah unzufrieden macht, dann muss er es gänzlich meiden. Es gibt keine andere Wahl für einen Menschen, der für das Leben, das er führt, zur Rechenschaft gezogen wird und dessen ewige Bleibe vom Ergebnis abhängt. Außerdem wird jemand, der nicht undankbar ist und der über die Wahrheit nachdenkt und sie versteht, ganz sicher nichts für wichtiger halten als seinen Herrn zufrieden zu stellen, der ihn aus dem Nichts geschaffen hat, ihm Leben gab, als er nichts war und ihm die Gunst gewährt, für immer im Paradies zu leben.
Wer sich entschließt, sein ganzes Leben um Allahs willen zu leben, hält sich wiederum an sein Gewissen um herauszufinden, wie er Allah zufrieden stellt. Im Quran hat Allah alle Seine Gebote und die Taten, die Er verbietet, klargemacht. Zuallererst beachtet jemand, der auf sein Gewissen hört, strikt diese Gebote und Verbote. Er richtet die größte Aufmerksamkeit auf die Taten, die wohlgefällig und die verboten sind und praktiziert alle Gebote, die er im Quran liest. Er nimmt die Vorbilder des guten Verhaltens, die im Quran mitgeteilt werden, als Anleitung für sich selbst, er handelt mit größter Aufrichtigkeit und erfüllt alles, was im Quran geschrieben steht, nach bestem Verständnis und Vermögen.
Wer den Quran liest, stellt fest, dass Allah den Menschen bestimmte Formen des Gottesdienstes aufgetragen hat. Eine davon ist es, regelmäßig das Gebet zu verrichten:
Und wenn ihr das Gebet abgeschlossen habt, so erinnert euch an Allah, stehend und sitzend und auf euren Seiten, und wenn ihr in Ruhe seid, so richtet das Gebet ein, das Gebet ist ja für die Gläubigen eine zeitlich festgesetzte Vorschrift. (Suratu-nisa 4:103)
Dieser Vers erinnert daran, dass regelmäßiges Gebet eine Pflicht ist. Das Gewissen eines jeden, der diesen Vers liest, wird ihm sagen, dass er beten soll. Der Mensch kann entweder praktizieren, was sein Gewissen und der Quran von ihm verlangen, oder er meidet es, die Anweisungen des Qurans zu befolgen und führt verschiedene Entschuldigungsgründe an. Man darf aber nie vergessen, dass ganz gleich welche Entschuldigung man findet, um nicht zu beten, diese Entschuldigung im Jenseits nicht angenommen wird. In einem anderen Quranvers verlangt Allah vom Menschen, stets gerecht zu handeln, gleich unter welchen Voraussetzungen und in welcher Lage:
Ihr, die glauben, seid fest Einstehende für die Gerechtigkeit, als Zeugen für Allah, und wenn es gegen euch selbst wäre oder die Eltern und die Verwandten, ob es ein Reicher ist oder ein Bedürftiger, und Allah ist ihnen beiden näher, also folgt nicht dem eigenen Wunsch, damit ihr gerecht seid, und ob ihr es verdreht oder euch abwendet, so ist ja Allah immer dessen kundig, was ihr tut. (Suratu-nisa 4:135)
Allahs Gebote genauestens zu erfüllen, selbst wenn sie mit den eigenen Wünschen in Konflikt geraten, ist nur möglich, indem man auf die Stimme des eigenen Gewissens hört. Lass' uns an Situationen denken, denen derjenige vielleicht ausgesetzt ist, der in diesem Vers angesprochen wird. Es kann sein, dass die gerechte Zeugenaussage eines Menschen vielleicht dazu führt, dass ein Verwandter von ihm für ein Verbrechen bestraft wird. Aber selbst in einer solchen Situation wird ein Mensch, der weiß, dass er nach seinem Tod zur Rechenschaft gezogen wird, auf sein Gewissen hören und in Übereinstimmung mit dem Gebot des Qurans handeln, denn kein Gewinn in dieser Welt kann größer sein als sein Gewinn im Jenseits.
In einem weiteren Quranvers sagt Allah über das Gerechtsein:
Ihr, die glauben, seid fest zu Allah einstehende Zeugen für die Gerechtigkeit, und ganz bestimmt nicht soll euch der Hass gegen Leute dazu veranlassen, dass ihr nicht gerecht handelt - handelt gerecht, das ist näher an der Gottesfurcht, und fürchtet Allah, Allah ist ja dessen kundig, was ihr tut. (Suratu-l-ma'ida 5:8)
Damit jemand wirklich nach diesem Quranvers handeln kann, muß er seinen Haß beherrschen können, wenn er am wütendsten ist, und eine gerechte Entscheidung treffen. Der andere, mit dem er es zu tun hat, ist vielleicht jemand, den er wegen seines Verhaltens und seiner Redeweise nicht mag, oder sogar jemand, gegen den er eine Abneigung hegt. Ganz gleich, um wen es sich handelt, es ist ein Gebot Allahs, gegen jedermann gerecht zu sein.
Ein weiteres Beispiel ist das Gebot Allahs, Argwohn und üble Nachrede zu meiden:
Ihr, die glauben, haltet euch fern von vielem von der Vermutung, manche Vermutung ist mutwillige Sünde, und spioniert einander nicht nach, und es rede nicht einer von euch einem anderen Übles nach. Möchte einer von euch, dass er das Fleisch seines verstorbenen Bruders isst? Also das verabscheut ihr! Und fürchtet Allah, Allah ist ja vergebend, barmherzig. (Suratu-l-hudschurat 49:12)
Mit diesem Quranvers bewahrt Allah den Menschen vor einigen schlechten Verhaltensweisen. Die drei hier speziell genannten sind miteinander verknüpft. Jemand, der einem anderen Übles nachredet, stellt auch schlechte Vermutungen über diese Person an. Ebenso spioniert jemand einem anderen nach, weil er gewisse Vermutungen über ihn anstellt. Solches Verhalten ist sehr weit verbreitet und wird in der Gesellschaft in gewisser Weise akzeptiert, obwohl es ganz sicher dem Gewissen zuwiderläuft. Ein guter Maßstab zum Vergleich ist es, sich selbst in einer solchen Lage vorzustellen. Niemand möchte jemals, dass ihm nachspioniert wird und dass seine Geheimnisse und Fehler ausgeforscht und offengelegt werden. Niemand möchte, dass ihm Übles nachgeredet wird oder dass andere Menschen schlechte und falsche Vermutungen über ihn anstellen. Wer entdeckt, dass auf solche Weise über ihn gesprochen wird, wäre zutiefst betroffen und würde sich als ungerecht behandelt ansehen. Es ist böse und unentschuldbar, jemandem solchen Schmerz zuzufügen und ihn in solche Lage zu bringen.
Es ist ein Zeichen für das Gewissen eines Menschen, dass er niemals einem anderen etwas zufügt, von dem er nicht möchte, dass es ihm zugefügt wird. Aus diesem Grund vergleicht Allah derartiges Verhalten mit dem "Essen des Fleisches seines Bruders." Das ist ebenso abscheulich wie das üble Nachreden, Vermutungen anstellen und nach Fehlern zu suchen. Außerdem droht Allah denjenigen, die so etwas tun, mit der Strafe der Hölle:
Wehe jedem schmähenden Aufhetzer, Der Vermögens-gut ansammelt und es zählt, Er rechnet damit, dass sein Vermögensgut ihn ewig da sein lässt, Keineswegs! Ganz bestimmt wird er in die Zermalmende geschleudert, Und was lässt dich wissen, was die Zermalmende ist? Das Feuer Allahs, brennend, Das aufsteigt über die Herzen, Es ist ja über ihnen, versperrend, In hoch hinaufragenden Säulen. (Suratu-l-humaza 104:1-9)
Übles Nachreden, die Geheimnisse anderer Menschen ausforschen und Menschen allein auf Grund von Vermutungen anzuschuldigen sind oft das Ergebnis von Eifersucht, Neid und Groll und stehen im direkten Gegensatz zur quranischen Moral. Solches Verhalten ist gänzlich unvereinbar mit dem Gewissen, selbst wenn die Gesellschaft nicht besonders bemüht ist, davon abzulassen. Wenn man bedenkt, wie Allah solche Handlungen vergelten wird, dann ist die angemessenste Haltung in Übereinstimmung mit quranischer Moral sie auch nicht für einen kleinen Augenblick zu begehen und andere Menschen so gut als möglich davon abzuhalten.
Das Verhalten und Denken eines Menschen, der das Wesentliche vom Quran begriffen hat, beruht auf guter Moral, wie der Islam sie im allgemeinen vorschreibt. Mit anderen Worten, wer diese gute Verhaltensweise in seinem Leben verwirklicht, wird immer gewissenhaft denken und handeln. Er wird den Tod und das Jenseits nie vergessen, und das wird alle seine Taten auf das Jenseits hin ausrichten. Ein solch bemerkenswerter Mensch wird nicht mehr nur allein für sich an das Jenseits denken, sondern auch für die ihm Nahestehenden und die Gemeinschaft insgesamt. Alle seine Bemühungen sind darauf hin ausgerichtet, Vorbereitungen für diese ewige Bleibe zu treffen.
Selbst scheinbar gewöhnliche Geschehnisse betrachtet der Mensch mit Gewissen nicht im Hinblick auf die Welt, sondern auf das Jenseits. Hat er beispielsweise einen sehr wohlhabenden Freund, dann denkt er sofort daran, dass auch dieser Freund eines Tages sterben wird und im Jenseits Rechenschaft abzulegen hat. Er vermeidet insbesondere solche Gespräche, die seinen Freund enger an das Leben dieser Welt binden würden. Er ermutigt ihn, großzügig zu sein und erinnert ihn an Paradies und Hölle. Er betet für ihn um Gutes und Frieden sowohl in der Welt als auch im Jenseits, und dass Allah sie beide einander in einem glücklichen Jenseits wiederbegegnen lässt. Ein Mensch mit Gewissen bringt seine Liebe zu seinem Freund dadurch zum Ausdruck, dass er sich um dessen Jenseits bemüht, und indem er ihm das Falsche untersagt und das Richtige aufträgt.
Auf den ersten Blick wirkt jemand, der nach seinem Gewissen handelt und stets Allahs Wohlgefallen sucht, vielleicht nicht anders als andere Menschen. Auch er geht seinem Beruf nach oder zur Schule, kauft ein und vergnügt sich. Aber er sucht Allahs Wohlgefallen in all dem, was er tut, zu erlangen. Allah spricht in einem Quranvers:
Männer, die kein Handel und kein Kauf ablenkt vom Eingedenksein Allahs und dem Einrichten des Gebets und dem Geben der Almosen. Sie fürchten einen Tag, an dem die Herzen und die Blicke sich hin und her wenden. (Suratu-nur 24:37)
Man fragt sich vielleicht, wie es denn möglich sein kann, Allahs Zufriedenheit durch die gewöhnlichen Alltagshandlun-gen zu gewinnen, die man begeht, und wie es möglich ist, sich stets an Allah zu erinnern. Als erstes muss man hier sagen, dass für einen Menschen, der seinem Gewissen folgt, die Verrichtungen des Gottesdienstes und Allahs Gebote über allem stehen. Er vergisst nie, dass Allah ihn immer sieht. In dem Geschäft, dem er nachgeht, befasst er sich nicht mit den Nutzen in dieser Welt, sondern denen im Jenseits. Er lässt nie nach mit der Ehrlichkeit und lässt sich nie zu einer Handlung herab, für die er im Jenseits nicht Rechenschaft geben könnte oder derer er sich im Jenseits schämen müsste. Selbst wenn er weiß, dass er Verlust an Einkommen hat, gerät er nicht in die Versuchung, bei Maß, Gewicht oder Berechnung zu betrügen. Er ist in all diesen Fragen höchst zuverlässig und vertrauenswürdig. Er schiebt das Begleichen von Schulden nicht auf, wenn er zur Rückzahlung in der Lage ist, oder, wenn jemand, der ihm etwas schuldet, in Zahlungsschwierigkeiten gerät, verzichtet er vielleicht sogar auf die Rückforderung. Im Quran wird dazu folgendes geraten:
Und wenn einer in Schwierigkeiten ist, so gilt Nachsicht bis zur Erleichterung, und dass ihr es als Spende gebt, ist besser für euch, wenn ihr das wisst. (Suratu-l-baqara 2:280)
Ein Gläubiger vergisst nie, dass die einzige Macht, die Gunst und Wohlergehen verleiht, die Macht Allahs ist. Er überschreitet Allahs Grenzen nicht wegen dem, was ihm gegeben wurde, sondern dankt im Gegenteil Allah für jede ihm gewährte Gunst. Es gibt vieles anderes, das dem Menschen in seinem Alltagsleben begegnet und wobei er sich an Allah erinnern und sein Wohlgefallen erstreben kann, indem er auf die Wahrheit und Weisheit Seines Wortes vertraut, dass Allahs Gesandter mit dem Quran verkündet hat. Jeder, der nach der Religion (din) leben möchte, sollte den Quran lesen und dabei sein Gewissen heranziehen und ebenso unter Heranziehung seines Gewissens praktizieren, was er gelesen hat.
Das Gewissen sucht nach dem Verhalten,das Allah am besten zufrieden stellt
Das Gewissen des Menschen unternimmt große Anstren-gungen, um zur Zufriedenheit Allahs tätig zu sein. Es fragt stets: Wie kann ich Allah am besten zufrieden stellen? Es fragt nicht nach der Zufriedenheit anderer Menschen und sorgt sich auch nicht nach seinem Ansehen in ihren Augen. Es wendet sich allein in Reue zu Allah. Manche Menschen leben den Islam ohne ihr Gewissen heranzuziehen und stattdessen auf eine traditionelle und gewohnheitsmäßige Weise, wie sie es bei ihren Vorfahren gesehen haben. Sie verrichten bestimmte gottesdienstliche Riten, die sie auswendig gelernt haben, und damit sind sie zufrieden. Sie haben eine Lebensweise gewählt, die dem Islam nur Lippendienst erweist. Der Grund dafür ist vielleicht, dass sie Konflikte mit ihren Zeitgenossen vermeiden wollen oder einfach nur, weil sie so erzogen wurden. Statt darüber nachzudenken, was sie tun sollten, um Allah zufrieden zu stellen, denken sie: Was ist das Minimum, das ich tun muss, damit die Leute glauben, dass ich meine Religion praktiziere?
Es ist aber nicht möglich, den Islam zu leben, ohne das Gewissen voll und ganz heranzuziehen. Ein wirklich nach dem Gewissen lebender Mensch denkt darüber nach, wie er jede Art des Gottesdienstes auf beste Weise verrichten kann. Er bemüht sich, sicher zu stellen, dass weder seine Taten noch seine Worte am Tag der Abrechnung eine Gefahr für ihn sind. Er weiß, dass ihm im Jenseits vergolten wird, was er tut. Allah warnt die Menschen davor:
Und richtet das Gebet ein und gebt die Almosen, und was ihr vorausschickt für eure Seelen an Gutem, ihr findet es bei Allah, Allah hat ja im Blick, was ihr tut. (Suratu-l-baqara 2:110)
Ein Beispiel aus dem Quran für jemanden, der versucht, etwas auf beste und schönste Weise zu tun, wird den Gläubigen bezüglich des "sagen was besser ist" gegeben:
Und sage zu Meinen Knechten, sie sollen sagen, was besser ist. Der Teufel stachelt ja an zwischen ihnen, der Teufel ist ja für den Menschen ein klarer Feind. (Suratu-l-isra 17:53)
Wer dieses Gebot von Allah kennt, wird sich um die beste Sprache bemühen, indem er sein Gewissen befragt. Er wird nicht einfach losreden, was ihm gerade einfällt. Im Gegenteil, er spricht auf schönste und eindruckvollste Weise, und er achtet sorgsam darauf, dass er die Menschen, zu denen er spricht, nicht verzagt macht. Er wählt die Worte, die Allah am meisten zufrieden stellen, und dabei zieht er sein Gewissen als Grundmaßstab heran.
In einem anderen Quranvers teilt Allah die Menschheit im Hinblick auf ihre Zuwendung zum Islam in drei Gruppen:
Dann ließen wir die Schrift diejenigen erben, die Wir von unseren Knechten auserwählt haben, und unter ihnen ist mancher gegen sich selbst Unrechthandelnde, und unter ihnen ist mancher in der Mitte, und unter ihnen ist mancher mit den guten Taten Vorausgehende, mit der Erlaubnis Allahs, dies, es ist die große Gunst. (Suratu-l-fatir 35:32)
Wie es in diesen Versen heißt, gibt es manche Menschen, die überhaupt nicht nach dem Islam leben, andere befolgen nur zum Teil, was ihnen ihr Gewissen sagt und wenden nur einen Teil ihrer Zeit und ihrer Mittel für den Islam auf, aber nur, wenn es nicht ihren sonstigen Interessen zuwiderläuft. Sie machen keine ernsthaften Anstrengungen, um den Islam und das gute Verhalten unter den Menschen zu verbreiten. Indem sie glauben, dass sie ja schon darauf achten, was verboten und erlaubt ist, gehen sie davon aus, dass ihre gottesdienstlichen Verrichtungen, die sie ausüben, sie auch moralisch kompetent machen.
Tatsächlich ist das Gewissen am meisten angemessen, die moralisch richtigsten und schönsten derjenigen Handlungen zu wählen, die erlaubt und akzeptabel sind. Hierzu hat Allah im Quran im Hinblick auf jene, die dem besten, das gesagt wurde, folgen, mit Hochachtung gesagt:
Diejenigen, die das Wort hören und seinem Besten folgen, diese sind es, die Allah rechtleitet, und diese, sie sind die mit der Einsicht. (Suratu-zumar 39:18)
Die dritte Gruppe, die einander im Guten übertreffen, sind jene, die in voller Übereinstimmung mit ihrem Gewissen handeln. Sie versuchen einander zu übertreffen, um den höchsten Lohn von ihrem Herrn zu erhalten und sind zu jedem Dienst und jeder guten Tat bereit, ohne auf jemanden sonst zu warten. Wenn es etwas besseres zu tun gibt, erlaubt ihnen ihr Gewissen nicht, bei dem weniger Guten zu bleiben, ohne sich um dessen Verbesserung zu bemühen.
Wie man sieht, verlangt das Gewissen nicht nur, Allah zu kennen und Sein Dasein zu akzeptieren, sondern Taten zu tun, die Ihn zufrieden stellen und dem große Aufmerksamkeit zu schenken. Die meisten Menschen denken, es genüge, an Allahs Dasein zu glauben. Der Quran richtet sich mit folgenden Worten an sie:
Sag: Wer versorgt euch von den Himmeln und der Erde, oder wer hat Gewalt über das Hören und die Blicke, und wer bringt das Lebendige aus dem Gestorbenen hervor und bringt das Gestorbene aus dem Lebendigen hervor, und wer lenkt die Angelegenheit? Und sie werden sagen: 'Allah!' So sag: Also seid ihr nicht gottesfürchtig? Also dieser Allah, euer Herr, ist die Wahrheit, und was gibt es nach der Wahrheit außer dem Fehlgehen? Also wie seid ihr weggewendet? (Sura Yunus 10:31-32)
Wie diese Verse zeigen, glauben solche Menschen an Allahs Dasein und akzeptieren auch, dass Allah sie versorgt, dass Er Leben und Tod gibt, und dass Er der Schöpfer ist, dem alles gehört. Sie ziehen ihr Gewissen nur insoweit heran, als es ihnen eine solche Sicht der Dinge gibt und sehen dies als ausreichend für ihren Glauben an. Ein Mensch, der sein Gewissen voll und ganz einbringt, verspürt hingegen eine respektvolle Furcht vor Allah, weil er von der Erhabenheit Allahs weiß. Diese Furcht ist anders als sonstige Furcht, es ist die Furcht davor, Allahs Gutheißung zu verlieren. Das ganze Leben eines Menschen, der diese Furcht verspürt, besteht nur darin, allein die Zufriedenheit Seines Herrn zu finden. Er setzt sich in seinem Bemühen der Annäherung an Allah keine Grenzen. Im Quran wird der Prophet Abraham (a.s.) als ein Beispiel dafür gegeben:
Und wer ist besser an Religion als wer sein Antlitz friedenmachend Allah ergeben hat, und er ist ein Guthandelnder, und er folgte der Glaubensgemeinschaft Abrahams, des Rechtgläubigen? Und Allah hat Sich Abraham zum innigen Freund genommen. (Suratu-nisa 4:125)
Ein Mensch, der völlig seinem Gewissen gemäß handelt, wird nach dem höchsten Grad des Verstehens streben, das dem Menschen möglich ist, er wird sich Tag und Nacht abmühen, Allahs Macht und Majestät zu erkennen, sich Ihm anzunähern und zu Seinem innigen Freund zu werden. Weil er aber nie sicher sein kann, die höchste Form der innigen Freundschaft und Nähe erlangt zu haben, wird dieses Bemühen und diese Bereitschaft bis zu seinem Lebensende anhalten.
Man fragt sich vielleicht, wie es überhaupt möglich ist, Allah nahe zu sein. Der Schlüssel dazu ist wiederum unser Gewissen, wie es auf den folgenden Seiten erläutert wird.

WIE WEISS DAS GEWISSEN, DASS ES ALLAH NAHE SEIN SOLL?


Wenn ein Mensch danach gefragt wird, was das Wichtigste in seinem Leben ist, was würde er antworten? Wäre es sein Haus, seine Familie, sein Beruf oder vielleicht seine Ideale? Wie immer auch die Antwort ausfällt, er darf nicht vergessen, dass es noch etwas viel Wichtigeres gibt, das er vielleicht außer acht gelassen hat.
Das Wichtigste im Leben eines Menschen ist es, von Allah zu wissen, der ihn geschaffen hat und ihm all das gegeben hat, was er besitzt, und sich zu bemühen, Allah nahe zu sein. Die meisten Menschen verbringen ihr Leben ohne dies zu berücksichtigen. Stelle diese Frage einmal dem erstbesten Menschen, dem Du begegnest, oder frage einmal einfach jeden, den Du triffst, nach den wichtigsten und dringendsten Angelegenhei-ten seines Lebens. Die Antworten, die Du erhältst, werden sich alle auf das Leben dieser Welt beziehen.
Jemand, der seinem Gewissen folgt, begreift indes sofort die Wichtigkeit der Nähe zu Allah und sucht nach Wegen für diese Nähe. Denn im Quran heißt es:
Ihr, die glauben, fürchtet Allah und erstrebt zu Ihm die Verbindung, und setzt euch ganz ein auf Seinem Weg, damit es euch vielleicht wohlergeht. (Suratu-l-ma'ida 5:35)
Alles um Dich herum ist den Bedürfnissen der Menschheit gemäß erschaffen. Dein Körper funktioniert vollkommen, ohne einen einzigen Gedanken von Dir. Das Herz hört nicht auf zu schlagen, die Nerven hören nicht auf die notwendigen Informationen an Dein Gehirn weiterzuleiten. Alle möglichen Nahrungsmittel zu Deiner Ernährung und zu Deinem Überleben sind auf natürliche Weise auf der Erde vorhanden, und die richtige Menge von Sauerstoff, die Du brauchst, in der Atmosphäre. Du hast einen Muskel- und Skelettaufbau, die Dir zur Bewegung verhelfen, ohne dass Du darüber überhaupt nachdenkst. Du kannst verschiedenes aufheben und festhalten und große Entfernungen gehen oder laufen. Zusätzlich zu den Grundfunktionen zu Deinem Überleben hast Du auch besondere Sinneswahrnehmungen, für die Du das notwendige Bewusstsein besitzt. Die Geschmacksrichtungen unterschiedlicher Speisen, das Berühren feiner Stoffe, die Schönheit eines Anblicks oder das Gespräch mit einem Freund, all das kann Dir Zufriedenheit verschaffen. Und Du hast einen Schöpfer mit höherer Macht, der all das für Dich geschaffen hat. Er hat Dich aus dem Nichts geschaffen, als Du nichts warst. Hätte Er es nicht anders gewollt, wärst Du Nichts geblieben. Aber Allah wollte und erschuf Dich als Menschenwesen. Nur einige wenige der Begünstigungen, die Allah den Menschen gewährt, können hier genannt werden. All die Gnaden Allahs aufzuzählen wäre unmöglich, wie es im folgenden Quranvers heißt:
Und wenn ihr die Gnade Allahs zusammenzählen wolltet, ihr errechnet sie nicht, Allah ist ja bestimmt verzeihend, barmherzig. (Suratu-nahl 16:18)
Über diese Gunsterweise hinaus hat Allah denjenigen, die Seinem Weg im Leben dieser Welt folgen, die allerschönste Belohnung versprochen, das Paradies für immer und die Erfüllung aller Wünsche.
Im Gegenzug für Allahs Gnaden ist Deine allerwichtigste Verantwortung zweifellos Allah für all das zu danken, das Er Dir gewährt hat. In einem Quranvers heißt es:
Und Allah hat Euch hervorgebracht aus den Bäuchen eurer Mütter, - ihr wisst nichts, - und Er hat euch das Hören und die Blicke und die Herzen gemacht, damit ihr vielleicht dankbar seid. (Suratu-nahl 16:78)
Alle die Segnungen, die Dir im Laufe Deines Lebens zukommen, sind allein von Allah:
Was Allah den Menschen von Seiner Barmherzigkeit offen legt, so gibt es keinen, der es zurückhält, und was Er zurückhält, so gibt es danach keinen Entsender dafür, und Er ist der Mächtige, der Weise. Ihr, die Menschen, erinnert euch an die Wohltat Allahs gegenüber euch. Gibt es einen Schöpfer, einen anderen als Allah, der euch ernährt vom Himmel und der Erde? Es gibt keinen Gott außer Ihm, also wie seid ihr getrogen? (Suratu-l-fatir 35:2-3)
Die fortwährende Existenz des Menschen ist nur möglich durch Allahs Willen, also ist es einleuchtend, dass Allah Wille das Wichtigste ist und die wichtigste Sache darin besteht, Ihm nahe zu sein. Aber die Menschen lassen sich durch die alltäglichen Angelegenheiten des Lebens ablenken und lassen sich kaum einen Moment Zeit, um hierüber nachzudenken. Sie legen sehr viel Wert darauf, was andere Menschen von ihnen halten und geben sich viel Mühe, ihre Bewunderung und Achtung zu gewinnen, statt über Wege nachzudenken, wie sie Allahs Zufriedenheit und Seine Liebe erlangen können. Das ist zweifellos die größte Undankbarkeit. Der Mensch sollte wissen, dass es nicht nur eine Pflicht ist, nach Allahs Zufriedenheit zu streben, sondern auch der einzige Weg zum eigenen Glück und zum eigenen Frieden. Diejenigen, die Allah vergessen, weil sie nach der Zufriedenheit von Menschen streben oder durch andere eitle Ziele verleitet werden, können niemals wahre Befriedigung finden und glücklich sein. Allahs Zufriedenheit ist die größte Freude und das größte Glück, in denen das Herz des Menschen Frieden findet. Wie der Quran sagt, finden die Herzen Ruhe bei der Erinnerung an Allah:
Diejenigen, die glauben, und deren Herzen Ruhe finden bei der Erinnerung an Allah. Finden nicht die Herzen Ruhe bei der Erinnerung an Allah? (Suratu-ra'd 13:28)
Im Allgemeinen sind die Menschen, was Allah und das Jenseits angeht, nicht ahnungslos, und wenn man sie drängt, geben sie zu, dass es sich dabei um die Wahrheit handelt. Aber der Grund, weshalb ihr Leben weit weg von Allah ist, liegt in ihrer Vergesslichkeit, und sie müssen sich ständig durch dskir (Eingedenksein) und Besinnung erinnern. Jemand, der sich wirklich immer an Allahs Dasein und die Strafe des Höllenfeuers erinnert, wird niemals faul oder achtlos werden. Könnte jemand am Tag der Auferstehung am Rande der Hölle Rechenschaft ablegen und an etwas anderes als Allah denken? Kann zu diesem Zeitpunkt etwas anderes als Allahs Zufriedenheit Berücksichtigung finden? Wessen Liebe und Freundschaft würde jemand in dieser Lage am liebsten gewinnen? Würde die Meinung eines Freundes oder Verwandten noch irgendwie wichtig oder nützlich sein? Dass Besitztümer und enge Verbindungen für diejenigen keine Bedeutung mehr haben, die das Höllenfeuer vor sich sehen, wird in den folgenden Quranversen gesagt:
Und es fragt kein Heißliebender einen Heißliebenden, Sie sind ihrem Anblick ausgesetzt, liebend gern hätte es der Verbrecher, wenn er sich von der Strafe dieses Tages mit seinen Kindern auslöste, Und seiner Gefährtin und seinem Bruder, Und seiner Familie, die ihm Bleibe gibt, Und wer auf der Erde ist, allesamt, wenn es ihn denn retten würde. Keineswegs! Es ist eine Lohe, reißend. (Suratu-l-ma'aridsch 70:10-15)
Wie wir aus dem Quran entnehmen und mit unserem Gewissen verstehen, soll der Mensch sein gesamtes Leben um Allahs willen leben. Wenn Du Dein ganzes Leben auf eine Allah zufrieden stellende Weise leben möchtest, genügt es Dir, die Quranischen Gebote zu befolgen, dem Beispiel des Propheten (s) Folge zu leisten und auf Dein Gewissen zu hören, wenn Du den Geschehnissen des Lebens ausgesetzt bist. Wenn Du bei jedem Geschehnis, dem Du ausgesetzt bist, sei es groß oder klein, Deinem Gewissen folgst, dann bedeutet das, dass Du nach Allahs Zufriedenheit strebst. Indem Du stets auf die Stimme des Guten in Dir hörst, stellst Du Allah, mit allem, was Du tust, zufrieden.
Ist jedermanns Gewissen das Gleiche?
Menschen, die nicht nach Allahs Zufriedenheit streben, begehen durchaus Taten, die ihnen gut erscheinen. Es können wahrhaft rücksichtsvolle, freundliche Menschen sein. Wenn aber ihre guten Taten nicht um der Zufriedenheit Allahs willen geschahen, finden sie vielleicht nicht Allahs Gunst und Anerkennung. Diese Leute tun Gutes, nicht weil sie wirklich ihrem Gewissen folgen, sondern aus persönlichem Interesse, wie das Gefühl der Befriedigung, das dem Ruf folgt, ein "wohltätiger" Mensch zu sein, oder einfach gefühlsmäßige Befriedigung.
Anders gesagt ist die Absicht, dem Gewissen zu folgen, wichtiger als die Handlung selbst. Wenn ein Mensch will, dass sein gesamtes Leben für Allah gelebt wird, muss er seiner Absicht gemäß handeln. Wenn er beispielsweise eine gute Tat begeht, dann sollte er damit nach Allahs Zufriedenheit streben statt nach der Gunst und Anerkennung anderer Menschen oder persönlicher Befriedigung. Das wird ihm helfen, sich ständig an Allah zu erinnern und sich in all seinen Angelegenheiten an Allah zu wenden. Im Quran lobt Allah solche Menschen:
Harre geduldig aus bei dem, was sie sagen, und erinnere dich an Unseren Knecht David, voller Stärke, er war ja ein stets Umkehrender. (Sura Sad 38:17)
Allah nennt auch im Quran manches, das dazu führt, Ihm nahe zu sein:
Und die Zuvorgekommenen, die Zuvorgekommenen, Diese sind die Nahegebrachten. (Suratu-l-waqi'a 56:10-11)
Und unter den Wüstenarabern ist mancher, der an Allah glaubt und an den Letzten Tag, und er fasst auf, was er ausgibt, als Mittel der Annäherung an Allah und der Segenswünsche des Gesandten. Ist dies kein Mittel der Annäherung für sie? Allah wird sie in Seine Barmherzigkeit hineingehen lassen, Allah ist ja verzeihend, barmherzig. (Suratu-tauba 9:99)
Jede bewusste Handlung, die um Allahs willen verrichtet wird, ist ein Weg, Allah näher zu kommen und man sollte nicht vergessen, dass Allah denjenigen die frohe Botschaft vom Paradies gibt, die Ihm nahe sind:
Und wenn er einer von den Nahegebrachten ist, So gibt es eine sanfte Brise und wohlduftende Pflanzen und einen Garten der Wohltat, Und wenn er einer von den Gefährten der Rechten ist, So ‚Frieden für dich von den Gefährten der Rechten!' (Suratu-l-waqi'a 56:88-91)
 

DIE NEGATIVEN KRÄFTE GEGEN DAS GEWISSEN


Die Seele (an-nafs)
Das Gewissen muss von Allah eingegeben sein, wie es in der Sure asch-schams heißt:
Und einer Seele, und was sie ebengestaltet hat, Und ihr eingegeben hat ihre Schamlosigkeit und ihre Gottesfurcht. Es hat schon Erfolg, wer sie läutert, Und es ist schon gescheitert, wer sie verdeckt. (Suratu-schams 91:7-10)
In diesen Versen sagt Allah, dass er der Seele Schamlosigkeit (fudschur) und Gottesfurcht (taqwa) eingegeben hat, d.h. mit dem Bewusstsein dafür versehen hat, was richtig für sie ist. Das Wort "fudschur" bedeutet "auf sündhafte Weise handeln, ungehorsam sein, ein Abweichender zu sein, zu lügen, sich erheben, sich vom Rechtschaffenen abwenden, Schwierigkeiten machen, gutes Verhalten ablehnen, das Gegenteil von taqwa." Das Konzept von fudschur beinhaltet alle die negativen Aspekte der menschlichen Seele. Unsere Seele hat zwei Aspekte, fudschur, die Quelle des Bösen, und das Gewissen, das vor dem Bösen schützt.
"An-nafs" ist ein im Quran häufig verwendeter Ausdruck. Es gibt keine direkte Entsprechung im Deutschen, aber man kann ihn mit "die Seele" wiedergeben. Im Quran hat das Wort die folgenden Bedeutungen: das Wesen von etwas, sein eigenes Ich, Seele, Herz, Begierde, Ursprung und Lager von Verlangen und Zorn, das Bewusstsein, die antreibende Kraft im Menschen. Hier werden wir uns besonders auf die antreibende Eigenschaft der Seele konzentrieren. Die spirituelle Kraft, die den Menschen veranlasst, eine bestimmte Tat zu tun oder eine bestimmte Entscheidung zu treffen, ist die Seele. Dieser Aspekt der Seele wird in vielen Quranversen erwähnt. In diesen Versen wird die Seele (das Selbst) als Quelle der Verderbtheit und des Bösen im Menschen bezeichnet.
Als die Brüder des Propheten Joseph (a.s.) ihn aus Neid loswerden wollten, sagte ihr Vater Jakob (a.s.):
Und sie kamen, und auf seinem Hemd war falsches Blut. Er sagte: ‚Vielmehr habt ihr euch selbst etwas eingeredet, also schönes geduldiges Ausharren, und Allah ist der um Beistand zu Ersuchende gegen das, was ihr schildert.' (Sura Jusuf 12:18)
Die "niedere Seele" kann die Menschen dahingehend irreführen, dass sie glauben, etwas Schlechtes sei stattdessen gut.
Ein anderer Fall, in dem diese Wirkung der Seele hervorgehoben wird, kommt in der Sure TaHa vor. Samiri war einer der Leute von Moses (Musa), der während Moses kurzer Abwesenheit ein ganzes Volk fehlleitete, als er aus Goldschmuck, den er von den Leuten gesammelt hatte, ein Kalb machte. Als Moses zurückkehrte und Samiri befragte, antwortete er:
Er sagte: ‚Ich habe etwas erblickt, was sie nicht erblickt haben, da nahm ich eine Handvoll von der Spur des Gesandten und habe sie hingeworfen, und genau so hat es mir meine Seele eingeredet.' (Sura TaHa 20:96)
Ein anderes im Quran erwähntes Ereignis betraf die beiden Söhne Adams (a.s.). Einer von ihnen tötete den anderen aus Neid und bereute es dann. Allah spricht im Quran darüber:
Da brachte ihn seine Seele zum Töten seines Bruders, und er tötete ihn, und er wurde einer von den Verlierern. (Suratu-l-ma'ida 5:30)
Der Entschluß, jemanden zu töten, stimmt nie mit der Natur des Menschen überein. Aber eine gewisse Eigenschaft in der Seele überredet manche Menschen und lässt es ihnen attraktiv erscheinen. Das gilt ebenso für solche schlechte Taten wie Diebstahl, unmoralisches Verhalten, Lügen, Eifersucht und Eitelkeit.
Die obigen Verse zeigen, wie die negative Überzeugungskraft der Seele wirkt. Der Sohn des Propheten Adam, die Brüder des Propheten Joseph und Samiri begingen ganz unterschiedliche Übeltaten. Das Gemeinsame all dieser Taten ist aber, dass sie durch die Seele des Übeltäters ausgelöst wurden. Ihre Seelen überredeten sie, diese Verbrechen zu begehen, die sie ihnen als gut erscheinen ließen, während sie in Wirklichkeit von ihren Seelen fehlgeleitet und zum Bösen hingezogen wurden.
Was ist die Quelle der Kraft der Seele? Die Antwort ist klar aus der Sure asch-schams zu entnehmen, wo es heißt, dass "fudschur" (alles Böse) in die Seele eingegeben ist. Hier kann die folgende Frage auftauchen: Wenn den Seelen der Menschen Böses eingegeben ist, folgt daraus nicht, dass wir von jedermann schlechtes und unmoralisches Verhalten zu erwarten haben?
Hier müssen wir uns an eine andere Eigenschaft der Seele erinnern. Die negative Eingebung ist nicht die einzige Kraft in der Seele. Liest man die Verse 7-10 in der Sure asch-schams (Sure 91) nochmals, so wird klar, dass der Seele auch eingegeben ist, sich vor dem Bösen zu hüten. Das heißt dass sowohl positive als auch negative Kräfte in der Seele wirken. Die Seele jedes Menschen verfügt sowohl über eine Kraft, die ihn zum Böse veranlasst und es ihm als gut erscheinen lässt, als auch über eine positive Kraft, die ihn veranlasst, sich vor dem Bösen zu hüten und das Gute und Schöne zu wählen. Diese positive Kraft ist das Gewissen. Was die Menschen voneinander unterscheidet ist, dass sie ihr Leben entweder in Befolgung ihres Gewissens oder in Befolgung der negativen Seite der Seele leben.
Der Satan (Schaitan)
Für viele Menschen ist der Satan nur eine mythologische Vorstellung. Es ist ihnen nicht klar, wie er auf die Leute einwirkt und welche Rolle er im Alltagsleben spielt. In diesem Buch kann nur auf einige der Eigenschaften des Satans und der negativen Macht hingewiesen werden, die er gegen das Gewissen zum Einsatz bringt. Dennoch sollte es als Hilfe genügen zu begreifen, dass der Satan nicht ein ausgedachtes Wesen ist, sondern eine negative Kraft, die den Menschen genau beobachtet und versucht, ihn zum Fehlverhalten hinzuziehen.
Der Satan war Allah ungehorsam und warf sich nicht vor Adam nieder. Wegen seines Neides und seiner Überheblichkeit beschloss er, die Menschen, die er als niedriger als er selbst ansah, von Allahs Weg wegzuführen. Im Quran wird gesagt, dass der Satan den Herzen falsche Wünsche eingibt, versucht, die Menschen an Allahs Dasein und am Jenseits zweifeln zu lassen und ihnen das Leben dieser Welt als besonders anziehend erscheinen lässt. Während das Gewissen des Menschen ihn immer zum Rechten leitet, leitet der Satan den Menschen immer zum Falschen.
Aber der Satan tut das nicht offensichtlich. Er hat verschiedene Methoden, die er auf betrügerische Weise anwendet. Zum Beispiel flüstert er einem Menschen ein: Du bist ein guter Mensch, Du sagst, Du bist Muslim. Wenn es das Paradies gibt, wirst Du in es hineingehen! Vielleicht beachtet gerade dieser Mensch das regelmäßige Gebet oder andere Gebote Allahs nicht, aber der Satan lässt ihn sicher sein, dass es genügt zu sagen: Ich bin Muslim! Er lässt ihn das Jenseits nicht eindeutig ableugnen, sondern lässt ihn ein der Glaubensverweigerung nahes Leben mit der Bezeichnung "Islam" führen. Wichtiger ist, dass dieser Mensch, der nicht erkennt, dass dies ein absichtlicher Plan des Satan ist, um ihn in die Hölle zu bringen, die Einflüsterungen des Satans für seine eigenen Gedanken hält. Hier sollte man nicht vergessen, dass das Gewissen einem immer aufträgt, den Islam richtig zu leben, aber die meisten Menschen folgen den Worten des Satan statt ihrem Gewissen, weil es den Zwecken der eigenen Seele besser passt.
Hier nun verstehen wir die Wichtigkeit des Gewissens während der andauernden Prüfung in dieser Welt. Bei jedem Geschehen werden sowohl das Gewissen als auch der Satan sich melden, die Quelle aller persönlichen Eigeninteressen, Leidenschaften und des Bösen. Beide rufen den Menschen zu ihrem jeweiligen Weg. Wer zwischen diesen beiden unterscheiden kann und seinem Gewissen folgt, gewinnt die Zufriedenheit Allahs.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der, dass der Satan den Menschen bis zum Tod nicht in Ruhe lässt oder sogar über den Tod hinaus bis zu dem Zeitpunkt, zu dem seine Seele in die Hölle kommt. Das darf man nie vergessen. Ebenso lässt aber auch das Gewissen den Menschen bis zum Tod nicht allein und verlangt von ihm, jede Tat, die er zu tun hat, so zu tun, dass er im Jenseits in das Paradies gelangt.
Wer sich trotz seines wahrhaften Gewissens dafür entscheidet, seiner Seele zu folgen, ist ein Freund des Satans geworden, weil er den Weg des Satans und nicht den Weg Allahs gewählt hat. Hinsichtlich solcher Menschen hat Allah befohlen:
Und wer schwachsichtig ist gegenüber der Erinnerung an den Allerbarmer, für den haben Wir einen Teufel bestimmt, und er ist für ihn ein Kamerad. (Suratu-zukhruf 43:36)
Wie der Satan (Schaitan) sich jenen annähert, die ihm folgen und wie der Satan und seine Gefährten enden, wird im Quran mitgeteilt:
Er sagte: ‚Und weil Du mich hast abweichen lassen, ganz bestimmt lauere ich ihnen auf, bei Deinem richtigen Weg, Dann, ganz bestimmt, komme ich ihnen von vor ihnen und von hinter ihnen und von ihrer Rechten und von ihrer Linken, und Du wirst die meisten von ihnen nicht dankbar finden.' Er sprach: Geh hinaus von hier, würdelos, verjagt. Bestimmt, wer dir von ihnen folgt, ganz bestimmt fülle Ich die Hölle mit euch allesamt. (Suratu-l-a'raf 7:16-18)
Der Satan (Schaitan) hat keine Macht über Menschen, die ihrem Gewissen folgen
Dem Voranstehenden nach könnte man den Eindruck gewonnen haben, der Schaitan sei eine wichtige Kraft, die man meiden muß. Man sollte aber auch wissen, dass die Kraft des Schaitan außerordentlich schwach ist. Allah teilt in einem Quranvers mit:
Diejenigen, die glauben, kämpfen auf dem Weg Allahs, und diejenigen, die den Glauben verweigern, kämpfen auf dem Weg der Abgötter, also kämpft mit den Schutzfreunden des Teufels, die List des Teufels ist ja schwach. (Suratu-nisa 4:76)
Der Satan ist kein wesen, das eine eigene Kraft hätte, die es gegen Allahs Willen gebraucht. Der Satan ist vielmehr eine negative Kraft, der Allah zu existieren erlaubt hat, um den Menschen zu prüfen. Allah hat den Satan und die "niedere Seele" geschaffen, um diejenigen, die glauben von denen zu unterscheiden, die zweifeln. Der Satan selbst weiß, dass er ganz schwach und machtlos gegenüber aufrichtigen und gewissensbezogenen Menschen ist. Er kann sie niemals unter seine Kontrolle bringen, und alle seine Listen ihnen gegenüber schlagen fehl. Dies ist an verschiedenen Stellen im Quran so gesagt:
"Er hat keine Ermächtigung über diejenigen, die glauben und auf ihren Herrn vertrauen, Seine Ermächtigung ist über diejenigen, die sich mit ihm befreunden und diejenigen, die Ihm Mitgötter geben." (Suratu-nahl 16:99-100)
"Er sprach: Geh, und wer dir folgt von ihnen, so ist ja die Hölle eure Vergeltung, völlige Vergeltung, Und versuche, aufzuhetzen, wen du kannst von ihnen, mit deiner Stimme, und bringe auf gegen sie deine Pferde und dein Fußvolk, und sei ihr Teilhaber an ihren Vermögensgütern und ihren Kindern und mache ihnen Versprechungen - und der Teufel verspricht ihnen nur Trug, Ja, Meine Knechte, - über sie hast du keine Ermächtigung, und dein Herr genügt als Sachwalter." (Suratu-l-isra 17:63-65)
Dem Gewissen zu folgen ist der einfachste Weg
Die Wahl zwischen dem Gewissen und der Seele ist für den Menschen eigentlich nicht schwer. Denn Allah hat den Menschen mit der Neigung geschaffen, damit zufrieden zu sein, der Stimme seines Gewissens zu folgen. Deshalb entspricht es der Natur des Menschen, dem din (der Religion) zu folgen und danach zu leben. Im folgenden Quranvers spricht Allah:
Also richte dein Gesicht zur Religion als Rechtgläubiger, die natürliche Weise Allahs, nach der Er den Menschen die natürliche Weise gab, - kein Umändern für die Schöpfung Allahs, dies ist die aufrechte Religion, aber die meisten Menschen wissen es nicht. (Suratu-rum 30:30)
Allah hat jedem Gewissen solche Gedanken eingegeben, so dass jedes Gewissen jedes Menschen Allah zufrieden stellen möchte. Es ist schwierig und elend für den Menschen, Taten zu begehen, die seinem Gewissen zuwider sind. Was ohne Betracht des Gewissens getan wird, verursacht Kummer des Herzens. Das Herz findet nur Ruhe bei der Erinnerung an Allah und dem Streben nach Seiner Zufriedenheit.
Dass es leicht ist, dem Gewissen zu folgen, wird an vielen Stellen im Quran gesagt. Es heißt dort auch, dass Allah denjenigen den leichten Weg zeigt, die nach Seiner Zufriedenheit streben:
… Allah möchte das Leichte für euch, und Er möchte nicht das Schwere für euch ... (Suratu-l-baqara 2:185)
… und wer Allah fürchtet, für den macht Er es leicht mit seiner Sache … (Suratu-talaq 65:4)
Und was den angeht, der glaubt und Rechtschaffenes tut, für den gibt es die Vergeltung des Besten, und wir werden ihm unsererseits Erleichterndes auftragen. (Suratu-l-kahf 18:88)
Und Wir machen es dir leicht zu einer Erleichterung. (Suratu-l-a'la 87:8)
… Allah mutet keiner Seele zu, außer was Er ihr gegeben hat. Allah wird nach der Schwierigkeit Erleichterung geben. (Suratu-talaq 65:7)
Also zusammen mit der Schwierigkeit gibt es ja Erleichterung, Zusammen mit der Schwierigkeit gibt es ja Erleichterung. (Suratu-l-inschirah 94:5-6)

WARUM FOLGEN MENSCHEN IHREM GEWISSEN NICHT, OBWOHL SIE DIE WAHRHEIT KENNEN?


Wenn ein Mensch seinem Gewissen nicht folgt, ist das im Kern eine Sache der Schwäche seines Glaubens an Allah und an das Jenseits. Diese Schwäche führt zu vielen moralischen Störungen, die den Menschen noch weniger dahin neigen lassen, seinem Gewissen zu folgen.
Das Gewissen eines Menschen, der den Glauben verweigert, weiß auch Bescheid über Rechtschaffenheit und Dasein Allahs, aber er befolgt aus verschiedenen Gründen nicht, was er eigentlich als richtig anerkennt. Im Quran sagt Allah in vielen Versen, dass die Menschen wissentlich ablehnen, obwohl sie verstehen und ihr Gewissen überzeugt ist.
So wird beispielsweise das folgende von den Juden gesagt, die Allahs Offenbarung, die Thora, entstellten:
… und ein Teil von ihnen hat schon das Wort Allahs gehört, dann verdrehen sie es, nachdem sie es verstanden haben, und sie wissen es. (suratu-l-baqara 2:75)
Liebend gern hätten es viele von den Leuten der Schrift, wenn sie euch nach eurem Glauben zurückbrächten als Glaubensverweigerer, aus Neid von ihnen selbst, nachdem ihnen die Wahrheit klargemacht wurde … (Suratu-l-baqara 2:109)
Diejenigen, denen Wir die Schrift gegeben haben, kennen ihn wie sie ihre Söhne kennen, und ein Teil von ihnen verschweigt ja bestimmt die Wahrheit, und sie, sie wissen es. (Suratu-l-baqara 2:146)
Wie kann jemand die Wahrheit erkennen und doch so fest und willentlich bestreiten?
In dem obigen Abschnitt "Hinweise auf Allahs Dasein durch das Gewissen erkennbar" haben wir der Evolutionstheorie anhängende Wissenschaftler als ein Beispiel solcher Menschen angeführt, die Allah verwerfen, obwohl sie den Beweis für Sein Dasein mit eigenen Augen sehen. Der berühmte britische Zoologe und Anhänger der Evolutionstheorie D. M. S. Watson erklärt, weshalb er und seine Kollegen sich an die Evolution halten:
Wenn, so wird sie eine Parallele zur Evolutionstheorie selbst sein, eine allgemein akzeptierte Theorie, nicht weil sie durch logische, schlüssige Beweise als wahr bewiesen werden könnte, sondern weil die einzige Alternative dazu, besondere Schöpfung, klar unglaublich ist." (Watson, D.M.S. Adaption, Nature Nr. 124, S. 231 ff.)
Was Watson mit "besondere Schöpfung" meint, ist die Schöpfung Allahs. Das ist es, was die Wissenschaftler als "klar unglaublich" ansehen, und doch beweist die Wissenschaft die Wahrheit der Schöpfung. Der einzige Grund, weshalb Watson dies als unglaublich ansieht, ist die Art und Weise, wie er sein Denken konditioniert hat. Das gilt ebenso für die übrigen Evolutions-Anhänger. Im Quran ist von solchen Leuten wie folgt die Rede:
Und sie bestritten sie, und sie waren selbst überzeugt davon in Unrecht und Überheblichkeit, also sieh, wie das endgültige Ende der Unheilstifter war. (Suratu-naml 27:14)
Zu den Gründen, die Wahrheit abzulehnen, gehören Eitelkeit und Arroganz, die Formen von "ananijja" (Eigendünkel) sind. Das Wort "ananijja" hängt zusammen mit dem Wort "ana", das "ich" bedeutet. Wenn jemand sich selbst und all die Geschöpfe um sich herum als unabhängig von Allah ansieht und all sein Verhalten daran ausrichtet, so ist das Eigendünkel. Wenn jemand sich für unabhängig von Allah hält, denkt er, dass alle seine Eigenschaften seine eigenen sind. Aber alles, was der Mensch ist und was er besitzt, gehört Allah. Allah kann es wegnehmen, wie Er will. In einem Quranvers wird einem Menschen, der all seine Besitztümer als sein Eigentum ansah, wie folgt geantwortet:
Er sagte: ‚Das wurde mir gegeben auf Grund von Wissen, das ich habe.' Weiß er nicht, dass Allah schon vor ihm von den Generationen welche vernichtet hat, die stärker waren an Kraft als er und mehr an Zahl? Und es werden die Verbrecher nicht weiter nach ihren Sünden gefragt. (Suratu-l-qasas 28:78)
Eigendünkel hindert den Menschen, klar zu sehen. Ein Mensch mit Eigendünkel denkt, dass er alles mit eigener Kraft tut. Er denkt nicht an seine Schwäche und dass er Allah braucht. Da er sich als unabhängig von Allah betrachtet, verspürt er kein Gefühl der Verantwortlichkeit gegenüber einem anderen, und dies lässt seine Arroganz noch weiter wachsen.
Diese Arroganz hindert ihn zu akzeptieren, was sein Gewissen als wahr erkennt. Allahs Dasein anzuerkennen würde auch bedeuten, die Herrschaft eines ihm Überlegenen anzuerkennen, sich Ihm zu unterwerfen und Sein Diener zu sein. Dadurch würde er bestätigen, dass nichts von ihm stammt und dass er in allem Allahs Hilfe nötig hat. Bisher haben wir über die Gefahren gesprochen, die in der Seele des Menschen liegen. Es wäre ein großer Fehler, wenn jemand annehmen würde, dass die hier gegebenen Beispiele nur andere Menschen und nicht einen selbst betreffen. So ist es zum Beispiel ein großer Fehler anzunehmen, dass die Ablehnung trotz der Überzeugung des Gewissens nur auf die Evolutions-Vertreter zuträfe. Deren Missachtung der Wissenschaft, um die Erschaffung nicht anzuerkennen, ist nur eine von verschiedenen Arten des Eigendünkels. Es gibt andere Menschen, die Allahs Gebote nicht befolgen, obwohl sie sagen, dass sie Sein Dasein akzeptieren. Sie halten vielleicht ihre eigenen Gedanken und Urteile in bestimmten Situationen für richtiger als die Rechtleitung Allahs für alle Menschen und Zeiten. Das ist ein anderer Aspekt des Eigendünkels. Solcher Eigendünkel zeigt sich bei manchen Menschen deutlicher, bei anderen weniger deutlich. Ob groß oder klein, liegt doch die selbe Denkweise vor, nämlich die Unfähigkeit, Allahs Macht zu begreifen, Seinen Ruhm und unsere Abhängigkeit von Ihm.
Jene die Ihrem Gewissen aus Willensschwäche nicht folgen
Die Anzahl willensschwacher Menschen in der Gesellschaft ist recht hoch. Weil sie nicht sehr tief nachdenken und die Notwendigkeit, ihren Verstand zu gebrauchen nicht verspüren, geht es diesen schwachen Menschen allein darum, ihre Bedürfnisse, Sinnesfreuden und Leidenschaften des Augenblicks zu befriedigen. Nur wenige Menschen machen Gebrauch von ihrer Fähigkeit, tief nachzudenken oder bemühen sich, ihren Charakter zu entwickeln. Das gute Verhalten, das die Religion (din) vorschreibt und zu Allahs Zufriedenheit zu leben erfordert eine ernste Willensanstrengung. Man muss sich stets fragen: Wie kann ich es besser machen? Wie kann ich gegenüber den Gläubigen bescheidener sein, nachsichtiger, mehr zugetan, mich mehr kümmern, mehr besorgt sein? Was kann ich noch tun, um den Menschen Allahs Religion nahe zu bringen und sie zu gutem Verhalten, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit aufrufen? Wie kann ich sie von ihren fehlgehenden Glaubensvorstellungen und Handlungen abbringen? Wie kann ich Allah näher kommen? Nur über solche Fragen nachdenken ist sicher nicht genug. Wichtig ist, sich der Willensbemühung zu unterziehen, diese Dinge fortwährend zu praktizieren. Wer sich nur immer um seine eigene Bequemlichkeit sorgt, wer niemals Opfer bringt und sich nicht für die Lage der Menschen um sich herum interessiert, wird auch nie die notwendige Anstrengung unternehmen zu praktizieren, was sein Gewissen verlangt. Derart willensschwache Menschen finden es zu schwer, sich die Mühe zu machen, den Islam zu leben, also ignorieren sie ihn oder schieben es endlos auf. Im Quran sagt Allah, dass ernste Bemühungen begünstigt sind:
Und wer das Jenseits mochte und sich dementsprechend darum bemühte, und er ist ein Gläubiger, also diese, - ihr Bemühen wird gedankt. (Suratu-l-isra 17:19)
Jene, die Ihrem Gewissen nicht folgen,weil sie nicht Standhaft sind
Um dem Gewissen zu folgen, bedarf es einer großen Standhaftigkeit. Wer sich nicht fest entschlossen hat, unter allen Umständen seinem Gewissen zu folgen, könnte nach ein paar Prüfungen entmutigt werden, weil er denkt, dass seine Interessen darunter leiden, dass er Opfer bringt und dass er die Ergebnisse nicht erreicht, die er sich wünscht und von denen er dachte, dass er sie verdient. Seinem Gewissen zu folgen fällt ihm schwer, und er gibt auf. Dem Gewissen zu folgen wird aber ganz sicher Opfer verlangen. Beispielsweise beruht es auf dem Gewissen eines hungrigen und bedürftigen Menschen, dass er nicht stiehlt, sondern auf erlaubte Weise sein Bedürfnis stillt, obwohl dies schwieriger als Stehlen sein kann. Unter diesen scheinbar schweren Bedingungen mag es im ersten Moment als Hindernis erscheinen, niemals etwas zu tun, dem Allah nicht zustimmt. Aber ein Mensch mit Gewissen handelt zu seinem ewigen Nutzen im Jenseits, statt zum Nutzen von nur ein paar Tagen, und er verhält sich so, dass Allah zustimmt. Es ist wichtig zu verstehen, dass dem Gewissen folgendes Handeln allein um Allahs willen zu geschehen hat. Wenn jemand eine Handlung begeht, die er für dem Gewissen folgend ansieht und dabei einen Ausgleich von den Menschen erwartet, wird er oft enttäuscht werden. Andererseits verschafft eine dem Gewissen folgende Tat mit der Erwartung des Lohnes von Allah dem Menschen einen absoluten Gewinn. Im Quran wird dieses beispielhafte Verhalten des Gläubigen wie folgt beschrieben:
Und sie geben die Speise, aus Liebe zu Ihm, dem Armen und der Waise und dem Gefangenen: ‚Wir geben euch Speise um des Antlitzes Allahs willen, wir möchten von euch kein Vergelten und keinen Dank, Wir fürchten von unserem Herrn einen Tag von Sorgen, äußerst schwer.' (Suratu-l-insan 76:8-10)
Nach dem Islam zu leben verlangt ganz unvermeidlich Opfer. Weil solche Opfer in Gesellschaften, die vor Allah keine Furcht haben, nicht üblich sind, gibt es dort andauerndes Elend und Verzweiflung. Andererseits bilden diejenigen Menschen, die ihrem Gewissen folgen und feste Entschlossenheit verbunden mit Furcht vor Allah zeigen, besonders sichere und friedliche Gesellschaften. Und das ist nur der Ausgleich, den sie im Leben dieser Welt erhalten. Allah gibt die frohe Botschaft von ewig Schönen im Jenseits denjenigen, die trotz der Leidenschaften ihrer Seelen Opfer bringen:
Also schützt sie Allah vor dem Bösen dieses Tages und überwirft sie mit Glanz und Freude, Und er vergilt ihnen, weil sie geduldig ausharrten, mit einem Garten und Seide, Angelehnt dort, auf den geschmückten Ruhebetten, sie nehmen dort keine sengende Sonne wahr und keine bittere Kälte, Und nahebei, über ihnen, seine Schatten und sein Pflückobst verfügbar gemacht, herabhängend, Und es wird bei ihnen herumgegangen mit Gefäßen aus Silber und Bechern, sie sind Gläser, Gläser aus Silber, sie messen ganz nach Maß, Und sie werden dort getränkt mit einem Kelch, seine Mischung ist aus Ingwer, Von einer Quelle dort, genannt Salsabil, Und es gehen bei ihnen ewigseiende Knaben herum, wenn du sie siehst, hältst du sie für ausgestreute Perlen, Und wenn du siehst, so siehst du Wohltat und große Herrschaft, Auf ihnen sind grüne Gewänder aus Seidenbrokat und schwerem Brokat, und sie sind geschmückt mit Armbändern aus Silber, und es tränkt sie ihr Herr mit einem reinen Trank: Dies ist ja für euch ein Vergelten, und euer Bemühen ist gedankt! (Suratu-l-insan 76:11-22)
Man soll nicht vergessen, dass Allah Seinen Dienern, die um Seinetwillen Standhaftigkeit an den Tag legen, zu helfen versprochen hat, und dass er es ihnen leicht machen wird. In einer Stelle im Quran heißt es:
Und was den angeht, der hergibt und gottesfürchtig ist, Und das Beste für wahr ansieht, So werden Wir es ihm leicht machen zur Erleichterung. (Suratu-lail 92:5-7)
Im Quran bezeichnet Allah die Standhaftigkeit als ein gutes Verhalten, das Ihm gefällt. Ein wichtiger Zug der jungen Gläubigen, von denen in der Sure al-khaf berichtet wird, ist es, dass Allah "ihre Herzen fest verbunden" hat. (Suratu-l-kahf 18:14). In einem anderen Vers heißt es: "... da sandte Allah seine Gottesruhe herab auf Seinen Gesandten und auf die Glaubigen und erlegte ihnen das Wort der Gottesfurcht auf ...". (Suratu-l-fath 48:26). In weiteren Versen wird geboten, bei dem Leben nach der Religion (din) standhaft zu sein. So heißt es im Quran:
Der Herr der Himmel und der Erde und was zwischen beiden ist, also diene Ihm und harre geduldig aus in Seinem Dienst. Weißt du etwas mit Ihm zu nennen? (Sura Maria 19:65)
Jene, die Ihrem Gewissen nicht folgen,weil Sie sich für Nichts benötigend halten
Einer der wichtigsten Faktoren, durch den die Menschen ihr Gewissen ausschalten, ist ihre Ansicht, dass sie nichts benötigen. Wenn man sie zum Beispiel nach ihrem Befolgen des Islam fragt, sagen die meisten Leute, dass es genüge, niemandem zu schaden und zu versuchen, ein guter Mensch zu sein. Aber das ist reiner Selbstbetrug. Wichtig ist vielmehr, Allahs Diener zu sein und so zu leben, wie Er es will. Wenn der Mensch das nicht tut, ist alles, was er macht, bedeutungslos und schädlich. Allah sagt im Quran:
Also wer ist es, dem das Schlechte seines Tuns schön gemacht wird, und er sieht es als gut? Und Allah läßt fehlgehen, wen Er will, und Er leitet recht, wen Er will … (Suratu-l-fatir 35:8)
Was jemandem seine Tasten als gut und schön erscheinen lässt ist die Annahme, sein eigenes Urteil sei vollkommen. Wer sich für aus Allahs sicht mildherzig und großzügig hält, gehört zu diesen Menschen. Die Wahrheit ist tatsächlich ganz anders als von ihnen angenommen. In einem Quranvers heißt es, dass es der wichtigste Grund ist, von der Wahrheit abzuweichen, wenn man sich für nichts benötigend hält:
Keineswegs! Bestimmt, der Mensch ist ja maßlos, Dass er sich sieht, als habe er nichts nötig. (Suratu-l-alaq 96:6-7)
Die sprachliche Bedeutung des Wortes "mustagni - nichts nötig habend" ist "ohne Bedürfnis, zufrieden sein." Die Bedeutung im Quran bezieht sich auf jemanden, der seine Nähe zu Allah, seiner Furcht vor Allah und dem Jenseits, seine guten Taten und seine Frömmigkeit als ausreichend ansieht und der sich deshalb nicht um Verbesserung darin bemüht. Die meisten Menschen weichen aus diesem Grund von Allahs Weg ab.
Obwohl die Leute sich als nichts nötig habend erachten, wissen sie eigentlich doch in ihrem Gewissen, wie unvollkommen sie sind und worin sie Allah nicht zufrieden stellen. Darum vermeiden sie es, über Themen wie den Tod, den Tag des Weltenendes und das Jenseits zu sprechen. Wenn jemand so ein Thema anspricht, versuchen sie es zu wechseln, weil es "bedrückend" ist. Der Grund, weshalb sie bedrückt sind, ist, dass sie ihrem Gewissen zuwiderhandeln, und auf das Thema einzugehen macht sie innerlich unruhig.
Für einen Menschen, der auf sein Gewissen hört, ist es nicht möglich, sich so zu fühlen als habe er nichts nötig. Im Gegenteil, er hält nach Besserem Ausschau und versucht, alles besser zu machen. Denn das Gewissen des Menschen erinnert ihn immer wieder an den Tag der Abrechnung. Jemand, der weiß, dass er Allah Rechenschaft über sein Leben in dieser Welt abzulegen hat, wird seine Taten nie als ausreichend ansehen. Er tut, was ihm sein Schöpfer aufträgt, mit größter Aufmerksamkeit. Im Quran wird auf jene, die ernsthaft nach Allahs Zufriedenheit und dem Jenseits streben, wie folgt verwiesen:
Wer das davoneilende Leben mochte, dem haben Wir eilig darin gegeben, was Wir wollen, für wen Wir möchten, - dann haben Wir für ihn die Hölle gemacht, er brennt dort, blamiert, verjagt, Und wer das Jenseits mochte und sich dementsprechend darum bemühte, und er ist ein Gläubiger, also diese, - ihr Bemühen wird gedankt. (Suratu-l-isra 17:18-19)
Kein Zweifel, nach Allahs Weg zu streben, wie es sich gehört, kann nur, wie schon zuvor gesagt, unter Befolgen des Gewissens gelingen. Nach dem Verständnis der Unwissenden genügt es, einen durchschnittlichen Charakter in Übereinstimmung mit dem allgemeinen Trend in der Gesellschaft zur Schau zu stellen. Viele Menschen halten sich für fromm genug, solange sie keine Verbreche wie Mord, Vergewaltigung oder Diebstahl begehen. Sie denken nicht daran, dass es Hunderte von guten Taten und Arten des Gottesdienstes gibt, die sie aufschieben oder völlig außer acht lassen. Obwohl es verboten ist, klatschen sie, beten nicht regelmäßig, versuchen nicht ihr moralisches Verhalten zu verbessern und danken ihrem Herrn nicht für die Gnaden, die Er ihnen erweist. Wenn es ihnen passt, handeln sie ungerecht und lügen, um ihre Schuld zu verbergen. Dass sie sich als nichts nötig habend ansehen und die Abrechnung im Jenseits nicht fürchten ist ein Zeichen ihrer Unwissenheit und Kurzsichtigkeit.
Die Propheten und Gläubigen im Quran stellen die besten Beispiele des höchsten Maßes der Gewissensbezogenheit dar. Der Prophet Joseph (a.s.) zum Beispiel bat Allah:
Mein Herr, Du hast mir schon von der Herrschaft gegeben und mich von der Deutung der Geschehnisse gelehrt, Hervorbringer der Himmel und der Erde, Du bist mein Schutzfreund in dieser Welt und im Jenseits, nimm mich zu Dir als friedenmachend Ergebener, und lasse mich zu den Rechtschaffenen hinzukommen. (Sura Jusuf 12:101)
Obwohl er Allahs auserwählter Prophet war, bezog er sich mit Furcht und Hoffnung auf das Jenseits. Unwissende Leute reden so, als ob sie sicher sind, ins Paradies zu gelangen. Wenn ihre blinde Arroganz noch weiter wächst, laufen sie Gefahr, dass ihnen ein böses Ende droht:
Dass nicht eine Seele sagt: ‚O Jammer über mich, darüber, was ich vernachlässigt habe seitens Allahs, und ich war wirklich einer von denen, die sich lustig machten', Oder sie sagt: ‚Wenn Allah mich rechtgeleitet hätte, bestimmt wäre ich einer von den Gottesfürchtigen gewesen', Oder sie sagt, wenn sie die Strafe sieht: ‚Wenn es für mich eine Rückkehr gäbe, so wäre ich einer von den Guthandelnden:' Doch nein! Meine Zeichen sind schon zu dir gekommen, und du hast sie geleugnet, und du hast dich groß gewähnt, und du warst einer von den Glaubensverweigerern. Und am Tag der Auferstehung siehst du diejenigen, die über Allah gelogen haben, ihre Gesichter schwarz geworden. Ist nicht die Hölle Aufenthalt für die Großtuer? (Suratu-zumar 39:56-60)
Die vorgebrachten Entschuldigungen wenn dem Gewissen nicht gefolgt wird
Der Mensch wird in der Tat deutlich gegen sich selbst Zeugnis ablegen, trotz aller Entschuldigungen, die er vielleicht vorbringen will:
Vielmehr gibt der Mensch über sich selbst Einblick, Und wenn er seine Entschuldigungen vorlegt. (Suratu-l-qijama 75:14-15)
Jeder Mensch weiß ohne Zweifel seinem Gewissen nach was richtig ist, trotzdem führt er weiter Entschuldigungen dafür an, weshalb er die rechtschaffenen Handlungen nicht begeht.
Deshalb ist er immer in Unruhe. Es ist in der Tat eine unerträgliche Last für das Gewissen eines Menschen, üble Taten zu begehen, wo er doch weiß, dass sie falsch sind. Der Satan (Schaitan) lässt ihnen aber ihre Handlungen recht erscheinen und zeigt ihnen vielerlei Wege, um ihre Ohren gegenüber der wahrhaften Stimme in ihrem Inneren zu verschließen. Während es möglich ist, ein in Gemüt und Seele sorgenfreies Leben zu führen, indem man das Rechte tut, wählen diese Menschen den schweren Weg, indem sie ihr Gewissen zudecken. Während sie weiter den Fußspuren des Satan nachgehen, behaupten sie, dass sie auf dem rechten Weg sind und bringen verschiedene Entschuldigungen dafür vor, dass sie sich entgegen dem Islam verhalten. Einige solcher Entschuldigun-gen sind folgende:
"Es zählt, was man im Herze trägt"
Viele Menschen haben eine Art Verteidigungsmechanismus entwickelt. Ihr Gewissen weiß, was richtig ist, während die Seele sie zur falschen Seite hinzieht. Wenn sie bei der Entscheidung, ob sie eine falsche Tat begehen sollen, zögern, meldet sich die Seele sofort und bringt verschiedene Entschuldigungen vor. Wenn er auf die Seele hört, fühlt sich der Mensch entlastet und überzeugt sich selbst, dass er nicht alles so genau zu nehmen hat. Was er tun will, ist eigentlich bedeutungslos, es macht nichts aus, sein Herz ist so rein, dass es davon nicht berührt wird und er ein guter Mensch bleibt, solange er nicht etwas "Ernsthaftes" wie Mord oder Diebstahl begeht.
Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen so leicht lügen, klatschen und sich über andere lustig machen. In einer Angelegenheit zu lügen steht in völligem Widerspruch zum Gewissen. Aber die Menschen unterdrücken die Stimme in sich, die zur Rechtschaffenheit ruft und überzeugen ihr Gewissen, dass es sich doch nur um unbedeutende Lügen handelt, die nichts bedeuten. Obwohl sie die gottesdienstlichen Verrichtungen nicht vollziehen und auch die vom Islam gegebenen Regeln für gutes Benehmen und Verhalten nicht beachten, halten sie sich doch für sehr gute und rechtschaffene Menschen. Diese Sicht ist sowohl unaufrichtig als auch falsch. Wenn ein Mensch seinem Gewissen nicht folgt, ist es unmöglich für ihn, eine gute Belohnung im Jenseits zu erhoffen. Mit der Einstellung "ich habe doch ein gutes Herz" mag er in dieser Welt als "guter Mensch" gesehen werden, aber vielleicht trifft ihn im Jenseits eine unerwartete Vergeltung. Der Islam gebietet den Menschen nicht nur, Mord, Diebstahl usw. nicht zu begehen. Es gibt sehr viele gute Taten, die zu verrichten und schlechte, die zu vermeiden sind. Am wichtigsten ist aber, dass der Islam dem Menschen gebietet, nur allein Allahs Diener zu sein und um Seinetwillen zu leben. Im Quran hat Allah die wirklichen "guten Menschen" beschrieben:
Die Frömmigkeit ist nicht, dass ihr eure Gesichter nach dem Osten und dem Westen kehrt, sondern die Frömmigkeit hat, wer an Allah glaubt und an den Letzten Tag und die Engel und die Schrift und die Propheten und sein Vermögensgut aus Liebe zu ihm den Angehörigen gibt und den Waisen und den Armen und dem "Sohn des Weges" und den Bettlern und für die Unfreien, und wer das Gebet einrichtet und die Zakat-Steuer gibt und die ihre Abmachungen halten, wenn sie Abmachungen getroffen haben, und die geduldig Ausharrenden im Elend und im Leid und beim Unglück, diese sind es, die wahrhaft sind, diese sind es, sie sind die Gottesfürchtigen. (Suratu-l-baqara 2:177)
Statt sich mit den Propheten oder den obigen wirklichen guten Menschen zu vergleichen und zu versuchen, sich zu verbessern, vergleichen sich viele Menschen mit den bösen Übeltätern aus der Geschichte und sagen: Ich bin nicht so schlecht wie sie, also verdiene ich auch nicht dieselbe Strafe wie sie! Der Grund dafür ist ihre Unwissenheit - sie wissen nicht Bescheid über Allah und das Jenseits. Allah hat die Hölle in Stufen geschaffen. Deshalb wird jeder in Übereinstimmung mit dem bestraft, was er oder sie getan hat. Es ist auch eine Tatsache, dass sogar die erste Stufe der Hölle eine Quelle unerträglicher Qual ist, die ewig währt.
Deshalb sollten jene Menschen, die sagen: ‚Es macht nichts' oder ‚Es zählt, was in meinem Herzen ist und nicht, was ich tue', nochmals über die Hölle nachdenken, ihre Entscheidungen überprüfen und darauf hören, was ihr Gewissen ihnen sagt.
"Der Quran erwähnt das nicht"
Es gibt unter den Leuten das ernsthafte Missverständnis dass, wenn eine bestimmte Handlung im Quran nicht unmittelbar genannt ist, es dann richtig sei, sie nach Belieben zu begehen oder zu unterlassen. Aber etwas nicht zu tun, was im Quran nicht erwähnt ist, während das Gewissen es als richtig empfindet, ist nichts als Heuchelei.
Der Quran bietet uns all das grundsätzliche Wissen, um unsere Religion (din) auszuüben und Allahs Wohlgefallen zu finden. Darüber hinaus trägt der Quran uns auf, dem Beispiel des Propheten Muhammad (s) zu folgen. Ein weiser und gewissenhafter Mensch wird sich aufrichtig bemühen, sein Leben nach dieser Rechtleitung zu leben. Beispielsweise trägt Allah den Gläubigen im Quran auf, keine Zeit mit Nutzlosigkeiten zu verschwenden:
Und wenn sie das nichtige Gerde hören, sie sich davon abwenden, und sie sagen: ‚Für uns unsere Taten, und für euch eure Taten, Frieden über euch, wir suchen nicht nach den Unwissenden.' (Suratu-l-qasas 28:55)
Und diejenigen, welche sich vom nichtigen Gerede fernhalten. (Suratu-l-muminun 23:3)
Obwohl der Quran vielleicht nicht im Einzelnen darlegt, was dieses Nichtige ist, hat Allah Seinen aufrichtigen Knechten doch Gewissen und Weisheit gegeben, um herauszufinden, was solche Nutzlosigkeiten sind und sie zu vermeiden. Jeder Mensch ist dafür selbst verantwortlich.
In der Gesellschaft von Menschen mit sehr begrenztem Wissen vom din (Religion) wird ein Mensch mit Gewissen nicht eine auf das Diesseits bezogene Unterhaltung beginnen und solche Themen wie Allahs Ruhm und die Schönheit des Islam beiseite schieben. Sein Gewissen wird ihm ganz sicher auftragen, mit seinen Zuhörern so zu reden, wie es ihrem und seinem Jenseits am nützlichsten ist. Ein Muslim sollte nie etwas tun, was er für nutzlos für sein Jenseits hält, wie überflüssige Zeitschriften lesen, sinnlose Fernsehprogramme anzuschauen oder durch nutzloses Gerde von der Erinnerung an Allah weggebracht werden.
Im Laufe des Tages ergeben sich für einen oft verschiedene Alternativen, zwischen denen man zu wählen hat. In solchen Wahlsituationen entscheidet der Mensch mit seinem Gewissen, was richtig ist. Wer seinem Gewissen nicht folgt, hält etwas vielleicht nach dem Grundsatz für richtig ‚Es ist im Quran nicht verboten!' Solche Leute sollten aber wissen, dass sie im Jenseits vielleicht ein böses Schicksal erwartet, wenn sie nicht so handeln, wie es Allah am meisten zufrieden stellt, indem sie auf ihr Gewissen hören und dem Beispiel des Gesandten (s) folgen. Noch wichtiger ist, dass solche Leute am Tag des Gerichts nicht auf die Entschuldigungen werden zurückgreifen können, die sie hier im Diesseits gebrauchen. Wie es in verschiedenen Koraversen heißt, wird an diesem Tag zu jedem Menschen gesagt:
Trage deine Schrift vor, du selbst genügst heute gegen dich als Berechnender! (Suratu-l-isra 17:14)
Sie sagen: ‚Unser Herr, Du hast uns zweimal sterben lassen, und Du hast uns zweimal Leben gegeben, und wir erkennen unsere Sünden an, also gibt es zum Herauskommen irgendeinen Weg?' Dies euch, weil, als einzig zu Allah gerufen wurde, ihr den Glauben verweigert habt, und als Ihm Mitgötter gegeben wurden, ihr geglaubt habt, und das Urteil ist Allahs, des Hohen, des Großen. (Sura Ghafir 40:11-12)
"Fast birst sie vor Wut. Jedesmal wenn eine Schar in sie geworfen wird, fragen ihre Wächter sie: ‚Kam nicht zu euch ein Warner?' Sie sagen: ‚Ja doch, es ist schon ein Warner zu uns gekommen, und wir haben abgeleugnet, und wir haben gesagt: ‚Nichts hat Allah herabgesandt, ihr seid nur in großem Fehlgehen!' Und sie sagen: ‚Wenn wir gehört hätten oder verständig gewesen wären, wären wir nicht unter den Gefährten des Feuerbrandes.' Also bekennen sie ihre Sünde, also hinweg mit den Gefährten des Feuerbrandes! (Suratu-l-mulk 67:8-11)
"Jeder andere tut es auch"
Der Mehrheit zu folgen ist einer der größten Fehler im Leben. Im Unterbewussten nahezu jedes Menschen gibt es aber die Vorstellung, dass richtig ist, was die Mehrheit tut. Die Mehrheit kann aber ein sehr oberflächliches und verzerrtes Verständnis vom Islam haben. Sie sagen vielleicht, dass sie an Allah und das Jenseits glauben, aber sie denken über die Bedeutung davon nicht nach. Sie achten religiöse Werte ‚nach ihrem eigenen Verständnis', aber bringen diese Achtung nicht praktisch sondern nur mit Worten zum Ausdruck. Sie denken, dass die meisten Gebote des Islam in der Vergangenheit verpflichtend waren, aber es heute nicht mehr sein können. Nach diesem Verständnis hat jemand, wie wir schon oben sagten, vielleicht ein ‚reines Herz' und niemandem zu schaden genügt für ihn, um ‚religiös' zu sein, und die Verrichtungen des Gottesdienstes können bis ins hohe Alter verschoben werden.
Jeder in der Umgebung eines Menschen kann ein derart verzerrtes Verständnis haben, also wäre es nur Selbstbetrug, es anzunehmen und nicht das eigene Gewissen zu befragen. Es gibt keinen Beweis, dass die Mehrheit immer recht hat und richtig entscheidet. Im Gegenteil, Allah spricht im Quran:
Und wenn du der Mehrheit derer folgen würdest, wer auf der Erde ist, würden sie dich fehlgehen lassen vom Weg Allahs, sie folgen nichts, nur der Vermutung, und sie, sie mutmaßen nur. (Suratu-l-an'am 6:116)
Deshalb muß der einzige Maßstab für einen Menschen im Hinblick darauf, wie er lebt und den Quran umsetzt, das Gewissen sein.
Wer nach der Anweisung seines Gewissens handelt, achtet nicht darauf, was die Mehrheit sagt oder tut. Selbst wenn es bedeutet, allein zu sein, bleibt er dabei, auf sein Gewissen zu hören und der Schrift Allahs zu folgen.
Die Haltung des "der Mehrheit folgen" stellt eine Gefahr für jedermann dar. Wenn jemand sich entschlossen hat, das zu tun, was sein Gewissen vorschreibt, sollten ihn die Haltungen und Meinungen der anderen um ihn herum nicht betreffen oder von seinem Zweck abbringen. Jeder von uns ist verantwortlich dafür, das zu tun, was das Gewissen und der Quran vorschreiben. Man vergesse nicht, dass Allah Seine Diener prüft. Ein anderer Mensch, der versucht, uns von einer richtigen Entscheidung abzubringen, die wir getroffen haben, kann durchaus ein guter Freund sein, den Allah uns treffen lässt, um unsere Entschlusskraft auf die Probe zu stellen. Im Jenseits aber werden die Leute über solche Freunde sagen:
Und wehe, wehe mir! Hätte ich mir nicht diesen da zum innigen Freund genommen, Er hat mich fehlgehen lassen von der Ermahnung, nachdem sie zu mir kam, und der Teufel lässt den Menschen im Stich. (Suratu-l-furqan 25:28-29)
"Ich tue es später"
Viele verschieben die Verrichtungen des Gottesdienstes wie z.B. die Wallfahrt (hadsch) und regelmäßiges Gebet (salah) auf das Alter, weil sie bewusst oder unbewusst meinen, dass es sie aller weltlichen Freuden beraubt, wenn sie sich der islamischen Lebensweise widmen. Aber Allah sagt an vielen Stellen im Quran, dass Er den Gläubigen Gunst sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits gewährt:
… und unter den Menschen ist mancher, der sagt: ‚Unser Herr, gib uns in dieser Welt!' - und für ihn gibt es im Jenseits keinen Anteil. Und unter ihnen ist mancher, der sagt: ‚unser Herr, gib uns in dieser Welt Gutes und im Jenseits Gutes und schütze uns vor der Strafe des Feuers!' Diese, für sie gibt es einen Anteil von dem, was sie erworben haben, und Allah ist schnell im Anrechnen. (Suratu-l-baqara 2:200-202)
Damit jemand die Gunst Allahs wirklich schätzen kann, muss er Frieden im Herzen haben. Derjenige, dessen Herz in Unruhe ist, wird keine Freude an den zahlreichen Segnungen Allahs um sich herum haben oder sie nicht einmal erkennen. Leute, die sagen: ‚Ich mache das später!' wissen wohl von der Rechtleitung und wissen, dass sie ihr ganzes Leben entsprechend neu einrichten müssen, wenn sie anfangen, den Anweisungen des Gewissens zu folgen. Sie wissen, dass die Stimme des Gewissens noch schwerwiegender sein wird, wenn sie anfangen, regelmäßig ihr Gebet zu verrichten, und dass sie sich der bösen Taten schämen werden, die sie vollbringen. Im Quran wird gesagt, dass das Gebet die Menschen rechtleitet:
Verlies, was dir offenbart wurde von der Schrift und richte das Gebet ein, das Gebet hält ja ab vom Abscheulichen und vom Verwerflichen, und bestimmt ist Allah Eingedenksein größer, und Allah weiß, was ihr fertigbringt. (Suratu-l-ankabut 29:45)
Weil die Leute das verstehen, versuchen sie sich der gewissensbezogenen Verantwortungen zu entziehen, die durch die Verrichtungen des Gottesdienstes entstehen und sagen zur Entschuldigung: ‚Wenn ich geheiratet habe, wenn ich mehr Geld verdient habe, wenn meine Kinder groß geworden sind …' usw. Aber am Tag des Rechenschaftablegens wird Allah dem Menschen das gegenüberstellen, was er aufgeschoben hat:
Bei deinem Herrn wird an diesem Tag geblieben! Es wird dem Menschen kundgetan an diesem Tag, was er vorausgeschickt und aufgeschoben hat. (Suratu-l-qijama 75:12-13)
Das Aufschieben ist eine Eigenschaft derjenigen, die nicht an den Tod und nicht daran denken, wie nahe er ist. Wir wissen nicht, wann, wo und wie wir sterben werden. Wir wissen auch alle, dass der Tod nicht nur zu alten Leuten kommt. Viele Menschen unterschiedlichen Alters sterben aus verschiedenen Gründen, viele ganz plötzlich und unerwartet. Während Du dieses Buch allein für Dich zu Hause liest, kommst du Dir vielleicht sehr sicher und geschützt vor, aber ein Sturz auf der Treppe, ein Unfall im Haus oder ein Herzinfarkt kann Deinen Tod jeden Augenblick verursachen. Wie ist es möglich, angesichts dieses Wissens so großzügig aufzuschieben, was das Gewissen verlangt? Allah sagt, dass jeder Mensch, wenn er den Engel des Todes sieht, tiefe Reue wegen dem verspürt, was er aufgeschoben hat, und sagen wird: ‚Ich wünschte, ich hätte dies und das getan!' Das ist eine untröstliche Reue, bei der es kein Zurück mehr gibt:
Und an dem Tag, an dem der Unrechthandelnde seine beiden Hände beißt, - er sagt: ‚Wehe mir! Hätte ich mir mit den Gesandten einen Weg genommen, Und wehe, wehe mir! Hätte ich mir nicht diesen da zum innigen Freund genommen, Er hat mich fehlgehen lassen von der Ermahnung, nachdem sie zu mir kam … (Suratu-l-furqan 25:27-29)
Dass Allah Böses nicht unmittelbar bestraft verleitet manche Menschen zu der falschen Annahme, dass sie viel Zeit haben, gut zu machen, was sie getan und versäumt haben. Würde Allah jede böse Tat in dem Moment bestrafen, in dem sie begangen wird, dann würde keiner mehr etwas Falsches tun. Aber das Aufschieben der Strafe ist eine Prüfung, bei der sich herausstellt, wer der Rechtschaffenheit Folge leistet, wer bereut und sich bessert, und wer fortfährt, falsch zu handeln. Dass Allah uns diese Gelegenheit gegeben hat, uns im Leben zu bessern, ist ein Ausdruck Seiner ewigen Gnade. In einem Quranvers heißt es:
"Und wenn Allah die Menschen für das herannehmen würde, was sie erworben haben, Er würde auf ihrem Rücken (d.h. dem Rücken der Erde) kein Lebewesen übriglassen, aber Er gibt ihnen Aufschub bis zu einer festgesetzten Frist, und wenn ihre Frist kommt, so hat Allah ja Seine Knechte im Blick." (Suratu-l-fatir 35:45)
Die Menschen sollten sich nicht durch die Tatsache täuschen lassen, dass Allah böse Taten nicht sofort vergilt, denn es ist sicher, dass sie im Jenseits sorgfältigst beglichen werden. Allah beschreibt diesen Zustand:
… und sie sagen zu sich selber: 'Warum straft uns nicht Allah für das, was wir sagen?' Genug für sie ist die Hölle, sie braten in ihr, und wie schlecht ist das endgültige Sein! (Suratu-l-mudschadila 58:8)
Wer es vermeidet, über das Jenseits nachzudenken, versucht vielleicht sein Gewissen mit verschiedenen Entschuldigungen und Lüge zu beruhigen, aber am Tag des Rechenschaftablegens wird keine Entschuldigung angenommen. Sich selbst zu betrügen bringt vielleicht vorübergehende Beruhigung und hilft, der Wirklichkeit zu entkommen, aber nur für kurze Zeit. Doch es gibt etwas, das die Leute vergessen, wie es im Quran heißt:
Und es sagen diejenigen, denen das Wissen gegeben wurde und der Glauben: ‚Ihr habt schon nach Allahs Schrift, bis zum Tag der Auferweckung verweilt, und dies ist der Tag der Auferweckung, aber ihr habt es nicht gewusst.' Und an diesem Tag nützt denjenigen, die Unrecht gehandelt haben, ihre Entschuldigung nicht, und sie werden nicht nach Umkehr gefragt. (Suratu-rum 30:56-57)
Das Ende derjenigen, die ihr Gewissen mit verschiedenen Entschuldigungen zum Verstummen bringen, ist wie folgt beschrieben:
An dem Tag nützt den Unrechthandelnden ihre Entschuldigung nichts, und für sie ist der Fluch, und für sie das Böse der Heimstätte. (Sura ghafir 40:52)
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